Kirchentagskongresse in der Lutherdekade
"Luthers Deutsch und unser Beitrag" - 1. Mitteldeutscher Kirchentagskongress in der Lutherdekade vom 24. bis 26. September 2010 in den Franckeschen Stiftungen zu Halle/Saale
Wie steht es um unseren Beitrag zu Luthers Schöpfung - der deutschen Sprache? Wie gut sprechen und schreiben wir in der Kirche, wie gut in der Politik und in welch gutem Deutsch (be)lehren wir oder lassen uns (be)lehren? Geht es besser? Das sind nur einige der Fragen, die zum 1. Mitteldeutschen Kirchentagskongress vom 24. bis 26. September 2010 in den Franckeschen Stiftungen unter dem Titel "Luthers Deutsch und unser Beitrag" gestellt und (hoffentlich) beantwortet werden. Zur Teilnahme eingeladen sind alle - von Jung bis Alt, vom Rapper über die Deutschlehrerin und den Gemeindepfarrer bis zur Chefredakteurin -, denen ein guter Umgang mit unserer Sprache am Herzen liegt.
Der Kirchentagskongress gliedert sich - wie bei diesem Format üblich - in ein öffentliches Programm und in die Arbeit von Themengruppen, zu der sich angemeldet werden muss. Öffentlich sind die Eröffnungsveranstaltung mit Einführungsvortrag, eine Bibelarbeit und das "Bischofswort" mit Bischöfin Ilse Junkermann, ein Chorkonzert, die Ausstellung von Stefan Kratsch "Von fern Und nah", Lesungen ("Halle liest Luther Deutsch" mit Tobias Grüterich, Andreas Montag, Detlef Opitz, Edelbert Richter und Thomas Rosenlöcher), das politische Nachtgebet und der Festgottesdienst am Sonntag mit anschließendem Konzert. (Näheres entnehmen Sie bitte dem beigelegten aktuellen Programmentwurf.)
Hauptreferent dieser auf Kreativität angelegten Bildungsveranstaltung, die vom Land Sachsen-Anhalt gefördert wird, ist Professor Wolf Schneider, Journalist und Sprachkritiker, der am 7.1.2009 in einem Beitrag für die Süddeutsche Zeitung unter der Überschrift "Die Verrenkungen der Prediger" schrieb: "Die Bibel liest sich besser als die meisten Texte derer, die sie von Amts wegen auslegen. ... Solche Wortgespinste hätten sie beide um ihren Welterfolg gebracht - Jesus ("Es hat nie kein Mensch also geredet wie dieser", Joh. 7, V. 46), ebenso wie Luther, der "der Mutter im Hause" aufs Maul schaute, so, dass das Volk ihm aufs Maul geschaut hat."
In der Gruppenarbeit werden folgende Themen gesetzt:
- TG I: Luthers Deutsch und die Kirchensprache - "Sind wir gar bald verloren?"
- TG II: Luthers Deutsch und die Sprache der Politik - "Gib, dass nicht bet allein der Mund!"
- TG III: Luthers Deutsch in der Sprache der Bildung und der Medien - "Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr!"
Die Ergebnisse dieser Arbeit werden am Sonntag im Rahmen des Festgottesdienstes in der Hallenser Lutherkirche vorgestellt.
Im Folgenden finden Sie einen Text zum Format "Kirchentagskongress" und seiner Eingliederung in die Lutherdekade:
Der Kirchentag in der ehemaligen Kirchenprovinz Sachsen hat eine herausgehobene inhaltliche und organisatorische Tradition: Kirchentage mit besonderen Ereignissen zu verknüpfen und in der Kombination von Kongress und Kirchentag durchzuführen. Hier sei nur auf die Kirchentage Wittenberg 1983 (500. Geburtstag Luthers) und Eisleben 1996 (450.Todestag Luthers) hingewiesen.
Das Kirchentagsformat "Kongress" entspringt lutherischem Nachdenken über das Leben der Kirche. Luther zitiert in den "Schmalkaldischen Artikeln" aus der lateinischen Bibel: "Ubi duo vel tres congregati fuerint in nomine meo" (Matthäusevangelium, Kapitel 18, Vers 20): "Wo sich zwei oder drei in meinem Namen versammeln, da bin ich mitten unter ihnen" . Der Kongress versammelt (Christen)Menschen, die miteinander um die Erkenntnis der Wahrheit streiten.
Bereits zu DDR-Zeiten hatten die Kirchentagsaktiven den (von der damaligen Staatsführung bestrittenen) Anspruch, "angesichts fortschreitender Säkularisation, sich ausbreitendem Atheismus, der Verbannung von Kirche und Religion aus dem öffentlichen Denken", sich in Vorträgen und Gruppengesprächen den großen Themen der Gegenwart zu widmen und mit den Ergebnissen der Kongressarbeit einen eigenen Beitrag zur Lösung der Probleme zu leisten. Der Kirchentag in Wittenberg 1983 hat mit seinen Friedensthesen im Angesicht der Rüstungs- und Nachrüstungsbeschlüsse und der Schmiedeaktion "Schwerter zu Pflugscharen" beispielhaft gezeigt, dass sie diesem Anspruch auch gerecht geworden sind.
Um eine bessere Breitenwirksamkeit zu erreichen, sind die Kongresse häufig mit Kirchentagsformaten verbunden worden, die größere Teilnahmezahlen erlauben. Schließlich gibt es in allen Bereichen gesellschaftlichen Lebens nicht nur die Diskutierfreudigen, sondern "auch noch ein anderes >Charisma<, des Nichtaktiven, des scheinbar Passiven, des stillen Zuhörenkönnens". "Man dient Gott auch durch die Ruhe", sei hier Martin Luther mit einer Ermahnung an den eifrigen Philipp Melanchthon nochmals zitiert. Dies kann im Betrachten einer Ausstellung geschehen, bei der Information am Infostand, beim Besuch eines Vortrages, Theaterstückes etc. und in gewisser Weise auch bei der Teilnahme an einem Gottesdienst. Deshalb gibt es auch im Rahmen des Kongresses Programmpunkte, die öffentlich zugänglich sind: Ein Rahmenprogramm und - selbstverständlich - einen Gottesdienst.
In den Thesen des Lenkungsausschusses "Reformationsjubiläum 2017" heißt es: "Der wichtigste Effekt der Lutherdekade, darüber sind sich die geistigen Urheber einig, ist dann erreicht, wenn national und international möglichst viele Menschen über Luthers Reformation miteinander ins Gespräch kommen. Das soll qualifiziert und friedlich geschehen und nicht nur die Verarbeitung der Vergangenheit, sondern auch die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im Blick haben." Auf dieses Ziel richten sich im Übrigen alle geplanten Kirchentagskongresse in der Lutherdekade in Sachsen-Anhalt. Die organisatorische, finanzielle und inhaltliche Verantwortung dafür trägt der Landesausschuss der (ehemaligen) Kirchenprovinz Sachsen (Sachsen-Anhalt). Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (Landesbischöfin Junkermann) und Lenkungsausschuss "Reformationsjubiläum 2017" unterstützen das Vorhaben.
Im Themenjahr "Bildung" 2010 soll unter der Überschrift "Luthers Deutsch und unser Beitrag" der heutige Umgang mit der kostbaren Schöpfung Martin Luthers - der deutschen Sprache - betrachtet werden. Und zwar im kirchlichen wie im weltlichen Bereich.
Kontakt
Landesausschuss Kirchentag
über
Gemeindedienst der EKM
Zinzendorfplatz 3
99192 Neudietendorf
Fon 036202/7717-90
gemeindedienst@ekmd.de
Programm und Einladung
zum Kirchentagskongress (24.-26. September 2010)
Flyer.pdf (pdf-Datei; Dateigröße 341 KByte)
Übernachtungen.pdf (pdf-Datei; Dateigröße 5 KByte
Kurztexte zum Thema des Kirchentagskongresses
"Sind wir gar bald verloren?"
"Gib, dass nicht bet allein der Mund"
"Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr!"
(pdf-Dateien)
Informationen zum Chorkonzert
"Für Kirche, Schule und Gasse"
(pdf-Datei)
Handzettel zum Ausdruck
Lesungen "Halle liest Luther Deutsch"
Festgottesdienst 26.9.2010
Politisches Nachtgebet
Eröffnungsveranstaltung
Chorkonzert
Abschlusskonzert
(pdf-Dateien)
Audio & Video
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