Fremde nicht bedrücken - Andacht zum Aufruf der EKM
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- Rundfunkpfarrerin Mechthild Werner
(08.09.2010) — Mechthild Werner
Rundfunkpfarrerin Mechthild Werner zum Aufruf der EKM zur Abschaffung der Residenzpflicht für Asylbewerber in Thüringen in einem Beitrag der Andachtreihe "Augenblick mal" von MDR 1 Radio Thüringen.
Sie lernen nicht Deutsch. Sie wollen nicht arbeiten. Sie bleiben fremd. So lautet das schnelle Urteil über "Ausländer". Thilo Sarrazins allzu einfache Thesen machen das Gespräch mit den Fremden in unserem Land schwer. "Du sollst die Fremden nicht bedrängen und bedrücken", mahnt die Bibel. (2. Buch Mose 22,20) Dürfen wir Migranten drängen, Deutsch zu lernen, damit wir einander nicht fremd bleiben? Müssen wir sie nicht arbeiten lassen, damit sie dieses Land mitgestalten?
Wer das bejaht, muss jetzt Nein sagen zur sogenannten Residenzpflicht. Denn wer im Freistaat Asyl beantragt oder eine Duldung hat, hier zu leben, darf sich dennoch nicht - wie in anderen Bundesländern - frei im Land bewegen. Flüchtlinge müssen in dem Landkreis bleiben, in dem sie wohnen. Das heißt: Sie können nicht richtig Arbeit suchen und auch keine Kurse zum Deutschlernen. Sie können weder die Beratungsstelle im Nachbarkreis besuchen, noch Familie oder Freunde.
"Du sollst die Fremden nicht bedrängen und bedrücken." Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sagt darum Nein zur Residenzpflicht. Viele Thüringer, auch Prominente, haben den Antrag an die Landesregierung im Internet schon unterzeichnet. Und Sie?
Einen guten Morgen wünscht Ihre Rundfunkpfarrerin Mechthild Werner aus Erfurt.
Links in diesem Internet-Portal
- Zum Aufruf der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
- Zur Andachtreihe "Augenblick mal" bei MDR 1 Radio Thüringen
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