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PM 69 — 28.06.2012

Torgau erinnert an Katharina von Bora

Schirmherrin für Katharina-Tag ist Landesbischöfin Junkermann

In Torgau wird am kommenden Wochenende (30. Juni bis 1. Juli) an Katharina von Bora erinnert, die Ehefrau Martin Luthers. Auf dem Programm des Katharina-Tages stehen vielfältige Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Vorträge. Zu dem Fest werden außerdem die fünf Siegerentwürfe des künstlerischen Wettbewerbs "Unter der Oberfläche - Reformation in Torgau" vorgestellt. Die Kunstwerke werden bis Oktober 2012 in der Torgauer Innenstadt das Thema Reformation neu ins Blickfeld nehmen. Am Sonntag wird in der Stadtkirche St. Marien ein Gottesdienst mit Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, gefeiert.

Der Katharina-Tag wurde zur Lutherdekade ins Leben gerufen und findet jährlich in Torgau statt. Er steht unter der Schirmherrschaft von Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).

"Katharina von Bora führte ihr Leben oft gegen die Traditionen ihrer Zeit. Zugleich stand sie aber auch mit beiden Beinen fest auf der Erde und bewältigte einen vielfältigen Alltag", sagt Landesbischöfin Ilse Junkermann. "Katharina von Bora war eine Wegbereiterin für die Emanzipation der Frau, denn sie vermochte es, aus traditionellen Rollenmustern auszubrechen und ihre ganz individuelle ‚Rolle’ zu leben, die eben nicht auf ein bestimmtes Frauenbild festgeschrieben war. Ihre Kraft schöpfte sie aus einer tiefen Bindung an das biblische Wort."

Hintergrund:
Katharina von Bora wurde 1499 als Tochter eines verarmten Adligen geboren. Sie besucht ab 1504 die Klosterschule der Benediktinerinnen Brehna (bei Halle/S.). 1508 tritt sie in das Kloster Nimbschen (bei Grimma) ein, wo sie 1515 das Gelübde ablegt. Ostern 1523 gelingt Katharina mit elf weiteren Nonnen die Flucht aus dem Kloster. Sie findet Aufnahme im Hause Cranachs des Älteren in Wittenberg. In Wittenberg lernt sie auch Martin Luther kennen, mit dem sie am 27. Juni 1525 die Ehe eingeht. Katharina Luther ordnet fortan den Haushalt, nutzt das auf dem Kloster liegende Braurecht, betreibt Viehzucht und pachtet dafür mehrere Grundstücke. Katharina flieht vor dem Schmalkadischen Krieg 1546 nach Dessau und Magdeburg. Sie stirbt am 20. Dezember 1552 in Torgau auf der Flucht vor der in Wittenberg grassierenden Pest. Torgau war die erste Station der 24-jährigen Katharina nach ihrer Flucht aus dem Kloster Nimbschen, und hier schloss sich auch ihr Lebenskreis.

Ausführliche Informationen zum Programm stehen unter: www.katharinatag.de

 

Bei Rückfragen:
Friedemann Kahl, 0151-59128575

 


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