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Jena

(10.12.2011) — Reformationsorte in Mitteldeutschland

In Jena vollzog sich die Reformation ab 1522 in enger Abstimmung mit Andreas Bodenstein genannt Karlstadt, den Luther zu dieser Zeit bereits als "Schwärmer" und Bilderstürmer bekämpfte. Luther beklagte, dass bei den Schwärmern aus falsch verstandener christlicher Freiheit alles erlaubt sei, ohne die notwendige innere und äußere Ordnung. Und Luther schien recht zu behalten: Im Juni 1524 gingen die Jenaer Bürger - unterstützt vom Rat der Stadt - gegen die Klöster vor und plünderten sie. Luther eilte herzu und predigte am 22. August 1524 gegen Karlstadt in der überfüllten Stadtkirche St. Michael. Das anschließende Streitgespräch im "Schwarzen Bären" blieb erwartungsgemäß ohne Einigung. Der von Luther alsdann nach J. geschickte Anton Musa klagte, es gäbe weder Ordnung noch Ehrfurcht noch Religion (nulla erat ordo, nulla metus, nulla religio) in der Stadt. Erst nach Niederschlagung des Bauerkrieges kam Jena zur Ruhe. Luther hielt sich noch einige Male in der Stadt auf. Besonders angetan hatte es ihm die Figur des "Schnapphans" (Caput) an der Rathausuhr: mehrfach nennt er sie als "Hans von Jene" in seinen Briefen.





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