„Ostern setzt Menschen in Bewegung“

epd

Geistliches Wort zum Osterfest von Landesbischöfin Ilse Junkermann

In ihrer Osterbotschaft ruft die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Ilse Junkermann die Menschen zur Hoffnung auf "wider alle Vernunft". Die Botschaft lasse Menschen "mitten in der Welt des Todes auf den Weg des Lebens gehen, sich einzusetzen für Frieden und Mitmenschlichkeit; und hingehen zu Menschen, denen es übel ergeht: Hin zu Kranken, Flüchtlingen, Kindern in Armut, Obdachlosen. Ostern lässt wider alle Vernunft hoffen, dass das Leben stärker ist als der Tod."

Die Auferstehung des gekreuzigten Jesus könne man nicht beweisen: "Sie ist, wie so vieles Wichtige in unserem Leben, unsichtbar. Auch Vertrauen und Liebe sind unsichtbar. Aber sie sind da. Sie wirken." Und so wirke auch die Osterbotschaft: "Sie setzt Menschen in Bewegung. Sie hilft uns, herauszukommen aus dem Dunkel von Leid und Not, Versagen und Schuld."

Vollständiger Text der Osterbotschaft

Ostern setzt in Bewegung

Aus dem Dunkel kommen sie, Maria von Magdala und die andere Maria. So erzählt der Evangelist Matthäus. Aus dem Dunkel der Nacht, aus dem Dunkel der Trauer kommen sie. Seit Jesus gekreuzigt wurde und gestorben ist, sind die Jünger und Jüngerinnen von diesem Dunkel umfangen. Sie können nicht fassen, dass alles zu Ende sein soll, sein Leben und ihr Leben mit ihm.
Alle sind wie gelähmt. Doch zwei von ihnen machen sich auf den Weg. Sie waren mit den anderen Jüngerinnen immer in Jesu Nähe geblieben. Auch als er gekreuzigt wurde, auch als er starb, auch als er begraben wurde. Die Jünger waren geflohen. Einer hatte ihn verraten. Ein anderer ihn verleugnet. Einzig die Frauen waren geblieben. Während die Männer noch im Dunkel ihres Versagens, ihrer Scham und ihrer Angst verharren, machen sich die beiden Frauen schon auf den Weg. Aus dem Dunkel der Nacht, aus dem Dunkel ihrer Trauer gehen sie hinaus zu Jesu Grab. Die Liebe zu ihm setzt sie in Bewegung. Noch einmal wollen sie ihn berühren und ihn mit wohlriechenden Ölen salben. Als sie zum Grab kommen, gerät die Welt aus ihren Fugen. Die Erde bebt. Ein Engel erscheint. Nun erstarren die Vertreter von Macht und Gewalt, die Wächter, vor Angst und Furcht. Der Engel sagt: ‚Jesus ist nicht hier. Er ist nicht bei den Toten. Er hat den Tod überwunden. Geht und sagt es den Jüngern!’ So schickt er die beiden Frauen auf den Weg, den Jüngern die frohe Botschaft zu verkündigen: ‚Der Gekreuzigte ist auferstanden!’ Und sie machen sich auf den Weg. Da begegnet ihnen der Auferstandene selbst und schickt sie weiter: ‚Geht und verkündigt die frohe Botschaft!’
Die Auferstehung des gekreuzigten Jesus kann man nicht sehen oder beweisen. Sie ist, wie so vieles wichtige in unserem Leben unsichtbar. Auch Vertrauen und Liebe sind unsichtbar. Aber sie sind da. Sie wirken. So wirkt auch die Botschaft von der Auferstehung, die Osterbotschaft. Sie setzt Menschen in Bewegung. Sie hilft uns, herauszukommen aus dem Dunkel von Leid und Not, Versagen und Schuld. Sie hilft uns, nicht zu resignieren und aufzugeben, auch wenn es aussichtslos erscheint, gegen das Dunkel unserer Zeit anzukommen. Bis heute lässt Ostern Menschen mitten in der Welt des Todes auf den Weg des Lebens gehen: sich einzusetzen für Frieden und Mitmenschlichkeit; und hingehen zu Menschen, denen es übel ergeht: Hin zu Kranken, Flüchtlingen, Kindern in Armut, Obdachlosen. Ostern lässt wider alle Vernunft hoffen, dass das Leben stärker ist als der Tod.
So wünsche ich allen Menschen in unserem Land bewegte und frohe Ostern!
epd

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