Sachsen-Anhalt setzt auf 2G-Option

Magdeburg (epd). Gastronomen und Veranstalter in Sachsen-Anhalt können künftig selbst entscheiden, ob sie nur noch geimpfte und genesene Gäste empfangen oder auch weiterhin auf das 3G-Modell setzen, das auch getestete Personen einschließt.

Die optionale 2G-Regel ist in der neuen Corona-Schutzverordnung vorgesehen, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach der regulär letzten Kabinettssitzung der laufenden Legislaturperiode am Dienstag in Magdeburg sagte. Die inzwischen fünfte Änderung der 14. Eindämmungsverordnung gegen das Coronavirus gilt bis zum 7. Oktober.

Die 2G-Regel biete den Vorteil, dass Einschränkungen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln entfallen könnten, fügte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hinzu. Wollen Anbieter diese Option nutzen, müssten sie dies beim Gesundheitsamt anmelden und mit einem Aushang vor Ort kenntlich machen. Damit seien auch wieder volle Räume und Veranstaltungen möglich. Wo das 2G-Modell genutzt wird, gelte es aber nicht nur für Gäste, sondern auch das Personal sowie Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Aufgrund des aktuell niedrigen Infektionsgeschehens in Sachsen-Anhalt soll in Zukunft auch eine effizientere Auslastung von Sport-, Kulturstätten und Volksfesten möglich sein, fügte Grimm-Benne hinzu. Demnach sollen bis zu 5.000 Personen mehr eine Veranstaltung besuchen können. Beispielsweise dürfte damit ein für 15.000 Zuschauer ausgelegtes Stadion nun 12.500 Gäste einlassen - 5.000 Fans kämen zu den bisher erlaubten 7.500 Zuschauern hinzu, so die Ministerin. Allerdings gelte weiterhin der Mindestabstand.

Haseloff appellierte zudem an die Menschen in Sachsen-Anhalt, sich impfen zu lassen: Die aktuelle Impfquote im Land sei „wirklich nicht zufriedenstellend“. Rund 141.000 Personen über 60 Jahre seien nicht geimpft - das könne zum Problem werden. Unter den 18 bis 59-Jährigen ist die Zahl noch deutlich höher: Mehr als 543.000 Menschen diesen Alters haben demnach noch keinen Impfschutz.

Vor dem Hintergrund, dass fast alle derzeit registrierten schweren Erkrankungen und Todesfälle ungeimpfte Personen beträfen, mache ihm dies Sorgen, sagte Haseloff: „Wir fordern als Landesregierung dringend dazu auf, auch die vorhandenen Möglichkeiten einer kostenlosen Impfung zu nutzen.“ Hinzu komme, dass die Tests für die deutschlandweit geltende 3G-Regel ab Oktober selbst finanziert werden müssen. Das erschwere die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Einem Bund-Länder-Beschluss zufolge werden die Kosten für einen Corona-Test ab dem 11. Oktober nicht mehr übernommen.



Ähnliche Artikel