Sächsische Impfzentren wegen fehlender Impfdosen nicht ausgelastet | Vorerst alle Termine für Thüringer Impfzentren vergeben

Dresden (epd). In ganz Sachsen können in Impfzentren und von mobilen Teams derzeit täglich etwa 3.000 Menschen geimpft werden.

Mehr Dosen stünden im Moment noch nicht bereit, sagte der Vorstandsvorsitzende des DRK Landesverbandes Sachsen, Rüdiger Unger, am Dienstag in Dresden. Dennoch sei mit dem Start des Regelbetriebes ein wichtiger Schritt gegangen worden. Am Montag hatten 13 Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten ihre Arbeit aufgenommen.

Am ersten Tag wurden Unger zufolge 2.914 Personen erstmals gegen das Coronavirus geimpft. Laut Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sollen perspektivisch sachsenweit täglich bis zu 13.000 Bürgerinnen und Bürger geimpft werden.

Über ein Internetportal können Termine vereinbart werden. Allerdings gibt es derzeit lange Wartezeiten bei der Online-Buchung eines Impfdatums. Laut Unger läuft das System stabil, wegen der "enorm hohen Zugriffzahlen" würden die Buchungen aber bewusst gesteuert. Daher entstehe eine Warteschleife für Nutzer.

Termine sind zunächst nur für Angehörige der Priorisierungsgruppe 1 möglich, darunter alle Personen über 80 Jahre. Seniorinnen und Senioren, die aus Altersgründen nicht persönlich in die Impfzentren gehen können, werden laut Köpping angeschrieben, allerdings nicht sofort.

Seit dem 27. Dezember wird bereits in den Kliniken Personal in eigener Zuständigkeit geimpft. Zudem sind mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen unterwegs. In Sachsen waren bis Dienstagmorgen laut Robert Koch-Institut 23.701 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Bundesweit waren es 688.782 Menschen.

Zunächst alle Termine für Thüringer Impfzentren vergeben

Erfurt (epd). Unmittelbar vor der Öffnung der Corona-Impfzentren am Mittwoch im Freistaat wurden laut Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen (KVT) Termine mit 32.000 Menschen vereinbart. Allerdings sei mit 3.050 Impfdosen zunächst nur knapp ein Drittel der wöchentlich im Land verfügbaren Einheiten des Anbieters Biontech und Pfizer für die 14 Zentren reserviert, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt. Das restliche Kontingent der insgesamt 9.500 Dosen gehe an mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen (5.200) oder an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Krankenhäusern.

Laut KVT werden über die dafür eingerichtete Webseite zunächst keine Termine für die Impfzentren vergeben. Entspannung erwarte sie von der avisierten Lieferung von etwa 26.400 Impfdosen des Herstellers Moderna bis zum Monatsende, blickte die KVT-Vorsitzende Annette Rommel voraus.

Werner erklärte die anfänglich niedrigen Impfraten in den Krankenhäusern mit der nötigen Abstimmung mit den Dienstplänen. Die Impfbereitschaft sei mit 60 bis 70 Prozent hoch und in ersten Kliniken der Vorrat sogar aufgebraucht. Nach ihren Angaben ist die Quote bei den Pflegekräften in den Heimen niedriger. Etwa die Hälfte der Mitarbeitenden dort wolle sich sofort impfen lassen, weitere 25 Prozent später.

Diese Zahlen spiegelten die Verhältnisse in der ganzen Gesellschaft wieder, so die Ministerin. Zuletzt hatte es - unter anderem von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) - geäußerte Befürchtungen gegeben, dass eine niedrige Impfquote in den Krankenhäusern zum Zusammenbruch des Gesundheitswesens führen könnte.



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