Transparency kritisiert Intransparenz bei Covid-19-Impfstoffen

Berlin (epd). Die Anti-Korruptions-Organisation „Transparency International“ kritisiert eine mangelnde Transparenz bei Studien und Beschaffungsverträgen von Covid-19-Impfstoffen. 

Bei der Entwicklung und dem Verkauf der weltweit 20 wichtigsten Vakzine gegen Corona seien nur die Hälfte der klinischen Studien und nur sieben Prozent der Verträge veröffentlicht worden, erklärte Transparency am Dienstag in Berlin. Verwiesen wurde auf eine gemeinsame Studie der Organisation und der Universität Toronto mit dem Titel „For Whose Benefit?“. Untersucht wurde den Angaben zufolge die Datenlage auch zu den Impfstoffen von AstraZeneca, BioNTech und Moderna.

Von den Verträgen, die veröffentlicht wurden, enthielten fast alle erhebliche Schwärzungen von Schlüsselinformationen wie Gesamtpreis, Preis pro Dosis und Lieferpläne, kritisierte die Organisation. „Weltweit sind enorme Summen staatlicher Mittel in die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen investiert worden“, sagte Rolf Blaga, Leiter der Arbeitsgruppe Medizin und Gesundheit bei „Transparency Deutschland“: „Deshalb hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, die Impfstoff-Beschaffungsverträge ungeschwärzt einzusehen.“

Die Analyse von 86 registrierten klinischen Studien zeige zudem, dass nur 45 Prozent dieser Studien veröffentlicht und davon bei 41 Prozent nur die wichtigsten Ergebnisse in einer Pressemitteilung oder auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurden. Klinische Studienprotokolle seien nur bei zwölf Prozent der Studien veröffentlicht worden.



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