Das Fasten in den verschiedenen Religionen

EIn Hintergrund von Ulrike Greim

#AbschaltenUmschaltenAufleben – dies ist ein großes Menschheitsbedürfnis. Es geht darum, den schädlichen Teil des Alltags zu reduzieren oder ganz wegzulassen, um wieder offen zu werden für das Wesentliche, für das Göttliche.

Alle Religionen kennen das Fasten.

Im Islam ist das Fasten eine Säule der Religion. Der Fastenmonat Ramadan ist eine Heilige Bußübung. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang soll nichts gegessen und getrunken werden, auch Rauchen und Sex sind verboten.

Im Buddhismus lautet die Regel: Weniger essen erleichtert die Meditationen auf dem Weg zum inneren Frieden und der Erleuchtung. Deshalb verzichten buddhistische Mönche und Nonnen täglich nach zwölf Uhr mittags auf jegliche Nahrung. Daneben gibt es monatliche Fastentage.

Im Judentum ist es Jom Kippur – der große Versöhnungs- und Fastentag. Man wäscht sich nicht, man schminkt sich nicht, ist sexuell enthaltsam, fährt kein Auto, geht nicht zur Arbeit. Man trifft sich in der Synagoge zum Singen und Beten. Alle zuvor begangenen Sünden sollen an diesem Tag gesühnt werden. Darüber hinaus gibt es fünf weitere allgemeine Fastentage, an denen die Juden traurigen Ereignissen der jüdischen Geschichte gedenken

Fasten in der Bibel:

Dies gilt auch uns Christen. Auch wir berufen uns auf die Fastenerfahrungen des Alten Testaments. Mose fastet, bevor er die 10 Gebote empfängt. Das Volk Israel wird mehrfach aufgefordert, zu fasten, bevor Gott den nächsten Schritt mit ihnen gehen kann (z.B. Esra 8). Es ist Ausdruck einer Gott-Suche.

Häufig sind es einzelne, die ihre Schuld bereuen - König Ahab fastet, nachdem er seiner Schuld überführt wurde. (1. Könige 21,27) Im Jonabuch erleben wir aber auch die kollektive Variante: Eine ganze Stadt fastet, Ninive trauert über den eigenen aus dem Ruder gelaufenen Lebensstil und wehrt so den Untergang ab.

Auch im neuen Testament spielt das Fasten eine wichtige Rolle. Jesus fastet 40 Tage in der Wüste, ringt mit dem Teufel, danach beginnt sein öffentliches Wirken (Lukas 4). Die Prophetin Hanna (Lukas 2) sieht es als Dienst an Gott an, im Tempel zu sein, zu fasten und zu beten.

Die Apostelgeschichte berichtet von Gläubigen, die fasten bevor sie entscheiden, wie ihr Weg weitergeht (Apostelgeschichte 13,4 ). Paulus und Barnabas fasten manchmal, wenn sie Personalentscheidungen zu treffen haben (Apostelgeschichte 14,23).

Immer ist es ein Ausdruck der Konzentration auf Gott. Alles andere soll hinter der Frage zurückzutreten, was Gott jetzt für mich und für uns will.


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