Frauenrat besorgt über gesunkenen Frauenanteil im Landtag
Magdeburg (epd). Der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt ist besorgt über den drastisch gesunkenen Frauenanteil im neu gewählten Landtag.
Nach dem vorläufigen Wahlergebnis werden künftig nur 18 von 83 Abgeordneten im Parlament Frauen sein, womit der Frauenanteil auf 21,7 Prozent sinkt, wie der Landesfrauenrat am Mittwoch in Magdeburg mitteilte.
Eine Demokratie könne "ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn Frauen gleichermaßen an politischen Entscheidungen beteiligt sind", sagte Vorstandsvorsitzende Annett Kannenberg-Bode. Wenn Frauen fehlten, dann "fehlt ihre Erfahrung, fehlen ihre Perspektiven".
Künftig habe Sachsen-Anhalts Landtag den niedrigsten Wert aller deutschen Landesparlamente, hieß es weiter. Das sei "ein alarmierendes Signal für die demokratische Repräsentation in unserem Bundesland", erklärt Friederike Ewald, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates. Frauen müssten "auf allen politischen Ebenen angemessen vertreten sind".
Vor allem junge Frauen fordern auch politische Teilhabe
Dies sei umso wichtiger, da insbesondere junge Frauen Sachsen-Anhalt "überdurchschnittlich häufig" auf der Suche nach besseren Ausbildungs-, Studien- und Berufsperspektiven verlassen würden. Sachsen-Anhalt weise bei den 18- bis 29-Jährigen mittlerweile den höchsten Männerüberschuss aller Bundesländer auf, hieß es. "Wer junge Frauen dauerhaft für Sachsen-Anhalt gewinnen und halten will", müsse ihnen nicht nur gute Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten, sondern "auch echte politische Teilhabe und sichtbare Repräsentation ermöglichen".
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