Demokratiepreis für Südthüringer Anti-Nazi-Bündnis

Jens-Ulrich Koch

epd | 05.12.2017

Erfurt (epd). Der diesjährige Thüringer Demokratiepreis ist am Dienstagabend im Erfurter Augustinerkloster verliehen worden.

Im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt die Initiative "Kein Platz für Nazis - Themar bleibt bunt" den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis. Damit würden die klaren Zeichen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit gewürdigt, die das Netzwerk mit vielfältigen Aktionen und kreativen Ideen gegen die RechtsRock-Konzerte in Südthüringen setze, hieß es zur Begründung. Das Preisgeld sei auch als Unterstützung für ein Engagement gedacht, das - wie die Anstrengungen der anderen Preisträger auch - oft in einem sehr schwierigen und häufig gefährlichen Umfeld geleistet werde. Steinmeier betonte, er hoffe, die Preise würden weitere Menschen animieren, sich gesellschaftlich zu engagieren.

Dabei verwies er auf die teilweise schwierigen Voraussetzungen für ein gesellschaftliches Engagement. "Wo Unternehmen schließen, wo Arbeitslosigkeit wächst und soziale Bindungen verloren gehen, wo es weniger Sponsoren gibt, die den Fußballverein oder das Kulturhaus fördern, da hat es ehrenamtliches Engagement sehr viel schwerer", sagte Steinmeier laut vorab verbreiteten Redemanuskript mit Blick auf die besondere Situation vor allem im ländlichen Raum und im Osten Deutschlands. Doch es reiche nicht aus, sich zurückzulehnen und zu denken: "Das wird schon", sagte Steinmeier weiter.

Der Thüringer Demokratiepreis wird seit dem Jahr 2013 verliehen. Er ist Teil des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Preisverleihungen wie diese könnten wie ein Leuchtturm wirken, unterstrich Steinmeier. "Sie werfen einen hellen Schein auf Ihre herausragenden Projekte - und Sie strahlen rundherum in die Umgebung", so der Bundespräsident. Vielleicht motivierten sie auch Menschen dazu, sich einer guten Sache anzuschließen oder ermunterten sie, "zwei oder drei Mitstreiter anzusprechen und einen Verein zu gründen" - und machten sie so "zu Kämpfern für unsere Demokratie".

Der zweite, mit 2.000 Euro dotierte Preis ging an den "Erfurter Frühstücksbus". Das von Studierenden der Erfurter Universität entwickelte und umgesetzte Projekt lade Bürger etwa vor Einkaufsmärkten zum Frühstück ein, um so zu politischen Themen ins Gespräch zu kommen, hieß es. Der dritte, mit 1.000 Euro dotierte Preis ging an die Macher der Wanderausstellung "Mit unseren Augen - Gedanken in Bildern" der Migrationsberatungsstelle des Sozialträgers Thepra und des Sömmerdaer Jugendtreff B 27. Sie hätten eine preiswürdige Fotoausstellung von und mit geflüchteten Jugendlichen erstellt. Zudem gingen vier mit jeweils 500 Euro verbundene Anerkennungen an weitere Projekte und Einzelpersonen.



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Bildnachweis: Jens-Ulrich Koch


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