Evangelische Friedensorganisationen: Sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten und Rückkehr zu Gesprächen
Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran sind bei der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) auf deutliche Kritik gestoßen.
Die beiden Friedensverbände forderten ein sofortiges Ende der Gewalt und eine Rückkehr zu Gesprächen unter Einbeziehung der Vereinten Nationen.
„Der Angriffskrieg von USA und Israel ist ein weiterer Bruch des Völkerrechts und schwächt internationales Recht und Institutionen weiter“, kritisiert Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der AGDF. Und Jens Lattke vom Sprecherteam der EAK ergänzt: „Unabhängig von dem Schreckensregime im Iran wird das Völkerrecht und damit auch die Glaubwürdigkeit westlicher Politik weiter ausgehöhlt.“
Die Tötung von politischen und militärischen Führern führe nicht zu einem - durchaus wünschenswerten - Regimewechsel. „Das Regime unterdrückt seine Bevölkerung und unterstützt Terrorgruppen in anderen Staaten. Es war und ist Aufgabe der Weltgemeinschaft, diesem Regime jegliche Unterstützung zu entziehen und es damit zu schwächen. Einen Sturz der Machthabenden muss aber die iranische Bevölkerung selbst erreichen“, macht Jan Gildemeister deutlich.
„Es hat jetzt eine weitere Eskalation des Krieges begonnen, nun ist auch der Libanon betroffen“, gibt auch Jens Lattke zu bedenken. Der Krieg wirke sich bereits weltweit auf Handel, Wirtschaft und Verkehr aus, warnt der Friedens- und Umweltbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Und betont: „Die Opfer sind die Menschen im Iran, besonders in Teheran, aber auch in den Golf-Anrainer-Staaten, im Libanon und in Israel, die unter den Raketenangriffen leiden.“
AGDF wie EAK unterstützen nachdrücklich die Aufrufe des Ökumenischen Rates der Kirchen wie auch des Papstes nach einem Ende der Kampfhandlungen und einem Stopp der Spirale der Gewalt. „Militärische Gewalt bringt keinen Frieden und löst keine Konflikte, sondern sorgt nur für neue Gewalt und neuen Krieg“, so Jan Gildemeister. Hier erhoffen sich beide Verbände auch ein deutlicheres Wort der Bundesregierung und der Europäischen Union.