Exklusiv-Umfrage: Mehrheit gegen muslimischen Feiertag anstatt christlichen | Alter und Religionszugehörigkeit spielen eine Rolle
Erfurt/Weimar/Leipzig (gkz). Kurz vor Pfingsten lehnt es eine klare Mehrheit der Deutschen ab, einen christlichen Feiertag durch einen muslimischen zu ersetzen.
Dies berichtet die in Weimar erscheinende Mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ in ihrer Pfingstausgabe (zum 24. Mai). Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA-Consulere im Auftrag der Kirchenzeitungen „Glaube+Heimat“ (Weimar) und „Der Sonntag“ (Leipzig). Demnach sprechen sich 68 Prozent der Befragten dagegen aus, einen christlichen Feiertag zugunsten eines islamischen abzuschaffen. Nur sieben Prozent befürworten dies, 18 Prozent ist die Frage gleichgültig.
Mit zunehmendem Alter wächst die Ablehnung deutlich: Während bei den 18- bis 29-Jährigen 44 Prozent gegen einen Austausch sind, liegt der Anteil bei den 60- bis 69-Jährigen bei 83 Prozent. Unter den über 70-Jährigen sind es 77 Prozent. Jüngere zeigen sich offener: 15 Prozent der unter 30-Jährigen wären dafür, 32 Prozent ist das Thema egal.
Auch die Religionszugehörigkeit spielt eine Rolle. Unter Katholiken (74 Prozent), evangelisch-landeskirchlichen Christen (76 Prozent) und Konfessionslosen (73 Prozent) überwiegt jeweils klar die Ablehnung. Muslimische Befragte bewerten die Frage am häufigsten als gleichgültig (33 Prozent), zugleich liegt ihre Zustimmung mit 27 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Ähnlich hohe Werte zeigen freikirchliche Befragte, allerdings basierend auf einer kleinen Fallzahl.
In allen politischen Lagern überwiegt die Ablehnung. Am höchsten ist sie bei Anhängern von AfD (84 Prozent) und CDU/CSU (75 Prozent). Vergleichsweise viele Unentschlossene finden sich bei Wählern der Grünen (41 Prozent) und der Linken (35 Prozent).
Hintergrund ist eine seit Jahren geführte Debatte: Einerseits wird über die Streichung einzelner gesetzlicher Feiertage wie des Pfingstmontags diskutiert, um die Wirtschaft zu stärken, andererseits fordern muslimische Verbände und Teile der Politik eigene gesetzliche Feiertage für Muslime. Bislang gibt es bundesweit keinen gesetzlichen muslimischen Feiertag. Für die Umfrage wurden vom 8. bis 11. Mai bundesweit insgesamt 2.006 Menschen ab 18 Jahren befragt.