Filmemacher schenkt Kirchenarchiv Brüsewitz-Material
Magdeburg (epd). Am bundesweiten Tag der Archive hat das Landeskirchenarchiv der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wertvolle Original-Dokumente sowie Ton- und Filmbänder erhalten.
Der Regisseur und Dokumentarfilmer Thomas Frickel übergab dem mitteldeutschen Landesbischof Friedrich Kramer am Sonntag in Magdeburg umfangreiche Unterlagen über die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz (1929-1976) vom 18. August 1976 in Zeitz als Schenkung. Frickel hatte 1992 für den Dokumentarfilm „Der Störenfried - Ermittlungen zu Oskar Brüsewitz“ Einblick in Briefe, historische Unterlagen und die Stasi-Akte über Oskar Brüsewitz.
Er dankte Bischof Kramer für die Einladung, diese Unterlagen, Film- und Tonbänder von 30 Interviews mit Angehörigen, Nachbarn, Pfarrkollegen und Augenzeugen als Schenkung an das Landeskirchenarchiv zu übergeben. „Ich habe damals jeden Schnipsel aufgehoben“, sagte Frickel und verwies auf die insgesamt zehn Aktenordner und Kartons mit originalen Fotos, Negativen und Zeitungen von damals. Im Kirchenarchiv könne am besten gewährleistet werden, dass im Sinne von Oskar Brüsewitz die Ereignisse von Wissenschaftlern und Medienvertretern möglichst objektiv betrachtet und neu bewertet werden.
Die DDR-Führung hatte 1976 versucht, Brüsewitz als „Sonderling“ zu diffamieren, „der nicht mehr alle fünf Sinne beisammen hatte“, wie die „Magdeburger Volksstimme“ seinerzeit schrieb. Doch die Akten im Kirchenarchiv und die umfangreichen Dokumente, die Frickel nun dem Archiv übergab, zeichnen ein gänzlich anderes Bild, sagte die Leiterin des EKM-Archivs, Christina Neuß.
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Hinweis:
Falls auch Sie planen, das Gedenken an Oskar Brüsewitz, seine Tat und die Folgen in Ihrer Gemeinde, in Ihrer Gruppe oder in Ihrer Institution zum Thema zu machen, können wir Ihnen den Film Der Störenfried – Ermittlungen zu Oskar Brüsewitz empfehlen. Er hat dieses Ereignis unmittelbar nach der „Wende“ aufgearbeitet.
- Sie können den Film im Medienzentrum der EKM ausleihen, auch mit den Vorfführrechten für eine Gemeindeveranstaltung: www.medienzentrum-ekm.de/
- 1992 im Rahmen des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet, mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ bedacht und von der Jury der evangelischen Filmarbeit zum „Film des Monats“ erhoben, steht der Film rechtzeitig zum Gedenkjahr in einer neu digitalisierten Fassung zur Verfügung und kann je nach den vorhandenen technischen Gegebenheiten als DVD, als BluRay oder auch als digitale Filmkopie für den Kinoeinsatz bestellt werden. Anfragen und Bestellungen richten Sie bitte direkt an den Regisseur und Produzenten: HE-Film / Thomas Frickel, Schulstraße 24, 65428 Rüsselsheim, frickel@agdok.de, 06142-96603. Thomas Frickel steht Ihnen bei Ihrer Veranstaltung nach Absprache gerne auch für anschließende Publikums-Diskussionen zur Verfügung Wenn Sie für die Vorführung mit einem örtlichen Kino kooperieren wollen (was wir unbedingt empfehlen), liegen die Lizenzkosten für den Film wegen der etwas aufwändigeren Technik bei 140 Euro (was ein mit dem Deutschen Filminstitut speziell für kirchlich organisierte Veranstaltungen ausgehandelter Sonderpreis ist). Wenn Sie die Vorführung mit DVD oder BluRay selbst organisieren, sollten Sie, je nach Größe des erwarteten Publikums, mit einer Lizenzgebühr zwischen 70 und 100 Euro rechnen.