Gedenkgottesdienst für Pfarrer Brüsewitz
Rippicha (epd). Zum 50. Todestag von Oskar Brüsewitz (1929-1976) ist mit einem Gottesdienst an den evangelischen Pfarrer erinnert worden.
Regionalbischof Johann Schneider von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland betonte bei dem Gedenken am Sonntag in Rippicha in Sachsen-Anhalt, Brüsewitz sei damals in der DDR in Sorge gewesen, dass die Seelen der Kinder und Jugendlichen in der Schule durch Indoktrination Schaden nehmen könnten. Es habe deshalb Menschen aufrütteln wollen. Die Kirche habe ihm zu unklar agiert.
Oskar Brüsewitz hatte sich am 18. August 1976 in Zeitz aus Protest gegen die Kirchen- und Bildungspolitik der DDR selbst angezündet und war vier Tage später seinen schweren Verletzungen erlegen. Am 26. August 1976 wurde er in seiner Heimatgemeinde in Rippicha beigesetzt. Am Jahrestag der Selbstverbrennung am vergangenen Dienstag war bereits in Zeitz mit einer Gedenkveranstaltung an den Theologen erinnert worden.
Diplomatie oder klares Gegenwort
Schneider betonte, die Frage, wie deutlich und laut Kirche sein müsse, wenn offensichtliche Missstände wahrgenommen würden, stelle sich auch heute. Es müsse immer wieder neu entschieden werden, wo Diplomatie und wo ein klares Gegenwort erforderlich sei.
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