Größter diakonischer Träger in Thüringen entstanden
Weimar (epd). Mit einem Gottesdienst und einem Empfang haben die Diako Thüringen aus Eisenach und die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein ihre Fusion zur Diakoniestiftung Thüringen gefeiert.
Mit dem Zusammenschluss sei der mit Abstand größte diakonische Träger im Freistaat entstanden, sagte eine Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag in Weimar. Beide Träger waren schon zuvor durch Fusionen und Übernahmen zu gemeinnützigen Unternehmen gewachsen, die von der Altenpflege über Flüchtlingsarbeit und Krankenhäuser bis hin zu Zentren für seelische Gesundheit die gesamte Bandbreite der Sozialwirtschaft abdecken.
Wie die Stiftung betonte, seien betriebsbedingte Kündigungen innerhalb der rund 6.000-köpfigen Belegschaft ausgeschlossen. Der Abbau der durch die Fusion entstandenen Doppelstrukturen in der Verwaltung solle ausschließlich über natürliche Fluktuation erfolgen. Zugleich könne der Zusammenschluss dem in der Sozialwirtschaft herrschenden Fachkräftemangel entgegenwirken. Aktuell werden fast 90 Mitarbeitende und Auszubildende zur Einstellung in ganz Thüringen gesucht.
Sitz in Bad Lobenstein
Die Vorbereitungen der Fusion hatten den Angaben zufolge mehr als zwei Jahre in Anspruch genommen. Der Sitz des fusionierten Unternehmens liegt in Bad Lobenstein im Saale-Orla-Kreis. Zum Vorsitzenden der Geschäftsführung wurde Klaus Scholtissek bestimmt.
Scholtissek nannte als eine der großen Herausforderungen für die neue Struktur die künftige Finanzierung der sozialen Arbeit. Einsparungen im laufenden Geschäft könnten sich durch eine vertiefte Digitalisierung erreichen lassen.
Das Stichwort: Diakoniestiftung Thüringen
Eisenach (epd). Die Diakoniestiftung Thüringen gGmbH ist zum 1. Januar 2026 gegründet worden. Sie entstand aus dem Zusammenschluss der Diako Thüringen gGmbH (Evangelische Allianz) und der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein gGmbH und zählt mit rund 6.000 Mitarbeitenden zu den größten diakonischen Trägern in Thüringen.
Die Stiftung betreibt etwa 260 Einrichtungen in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie -bildung. Für das Jahr 2026 wird ein Umsatz von über 300 Millionen Euro erwartet.
Arbeitsplätze bleiben erhalten
Ziel des Zusammenschlusses ist es, das diakonische Profil zu stärken, dem steigenden Kostendruck zu begegnen und als großer Träger für Krankenkassen und Kostenträger attraktiver für Modellprojekte und soziale Innovationen zu werden. Geplant sind Synergieeffekte ohne Arbeitsplatzabbau sowie eine schrittweise Verzahnung der Verwaltungen bis Ende 2028. Ein Rückzug aus den angestammten Regionen ist nicht vorgesehen.
Die Wurzeln der beteiligten Einrichtungen reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Unter anderem sind sie aus dem Michaelisstift Gefell (1849), der Diakonissenhaus-Stiftung Eisenach (1872) und der Schwestern- und Bruderschaft des Sophienhauses Weimar (1875) hervorgegangen.
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