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Schulstreiks gegen Wehrpflicht auch in Mitteldeutschland | EKM-Friedensbeauftragter: Junge Menschen zu wenig gehört

Magdeburg (epd). Jugend- und Friedensorganisationen rufen für Freitag auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen zur Teilnahme am bundesweiten Protesttag gegen die Wehrdienst-Pläne der Bundesregierung auf.

"Bei der bisherigen Debatte zum Thema Wehrpflicht sind die Stimmen junger Menschen viel zu wenig gehört worden", sagte der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Jens Lattke, am Montag in Magdeburg. Er teile die Sorgen und die Kritik vieler Schüler zum Thema Wehrpflicht und begrüße die Aufrufe zum "Schulstreik gegen Wehrpflicht" auch in Sachsen-Anhalt.

"Als Kirche muss es unsere Aufgabe sein, die kritische Meinungsbildung junger Menschen zu unterstützen und ihnen Räume für offene Diskussionen zu bieten", betonte Lattke. Demonstrationen und Protestaktionen sollen etwa in Halberstadt, Magdeburg, Lutherstadt Wittenberg, Dessau-Roßlau und Halle (Saale) stattfinden.

Kirche steht zur Beratung zur Verfügung

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), der  mitteldeutsche Landesbischof Friedrich Kramer, verwies dabei auf die neue Denkschrift der EKD: Es gäbe "ein sehr ausführliches Kapitel zur Kriegsdienstverweigerung und zur Frage von Zwangs- und Dienstpflichten". Ansonsten könne er verstehen, dass die vielen ungeklärten Fragen und die Konsequenzen der anstehenden politischen Entscheidungen die Menschen verunsichern, sagte Kramer. Und da stehe seine Kirche "zur Beratung zur Verfügung".

Der landeskirchliche Friedensbeauftragte Jens Lattke sagte, gerade vor dem Hintergrund der kirchlichen Friedensgebete und der Symbolik des Bibelworts "Schwerter zu Pflugscharen" zu DDR-Zeiten sei "die Frage nach der ethischen Verantwortbarkeit von Kriegsdienst" in der Kirche eine besondere. "Die seelsorgerische Begleitung von Menschen, die aus Gewissensgründen den Kriegsdienst verweigern möchten, ist für uns ein zentrales Handlungsfeld", betonte er.

Darf kein Zwangsinstrument werden

Junge Menschen sollten befähigt werden, "sich mit grundlegenden Fragen" zum Thema Wehrdienst auseinanderzusetzen. Die Wehrpflicht dürfe kein bloßes Zwangsinstrument werden. Es brauche einen breiten gesellschaftlichen Konsens.

Laut Bischof Kramer muss das jeder mit seinem Gewissen abmachen und sich die Frage stellen, inwieweit er bereit sei, für die Gesamtheit auch Dienst zu leisten.  "Jeder und jede sollte dies klug und ohne Aufregung bedenken", sagte Kramer.

Verweigerung steht nicht zur Disposition

Gerade im Osten "kommen wir aus einer Tradition des deutlicheren Zeichens, wo man sagt: Den Kriegsdienst zu verweigern ist ein deutlicheres Zeichen der Nachfolge Jesu", so der Bischof. Darüber hinaus sei das Grundgesetz mit Artikel 4 ganz klar: "Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden." Das stehe nicht zur Disposition und gelte unabhängig davon, für welche Regelung sich der Bundestag letztlich entscheide.


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