Zeugnisse lassen das Sorgentelefon öfter klingeln

Erfurt (epd). An den 888 allgemeinbildenden Thüringer Schulen gibt es am Freitag Zeugnisse.

Für etwa 192.500 Mädchen und Jungen - davon 67.500 an Grundschulen, 44.200 an Regelschulen, 74.200 an Gymnasien, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen, 6.500 an Förderschulen und 100 an Kollegs geht damit das erste Schulhalbjahr zu Ende, teilte das Bildungsministerium am Donnerstag in Erfurt mit. Sie könnten sich nun auf eine schulfreie Ferienwoche freuen.

Davon sollten sie auch schlechte Noten nicht abbringen. Immerhin bestehe ja die Chance, sich im zweiten Halbjahr zu verbessern, machte Minister Helmut Holter (Linke) den jungen Leuten Mut. Wer seinen Kummer nicht mit den Eltern oder Freunden teilen könne, finde am kostenlosen Sorgentelefon Beistand. Die bei Bedarf auch anonyme Hilfe sei unter der landesweit einheitlichen Nummer 0800 - 008 008 0 rund um die Uhr zu erreichen, so Holter.

Nach seinen Angaben wurden im vergangenen Jahr am Sorgentelefon über 1.000 Anrufe angenommen. Am häufigsten suchten Mädchen und Jungen von 10 bis 14 Jahren Unterstützung. Den Anrufern gehe es dabei nicht immer nur um Noten, oft suchten sie auch in Fragen der Partnerschaft oder ihrer aktuellen Lebenssituation Rat. Insbesondere in den Tagen um die Zeugnisausgabe sei ein Anstieg von Anfragen festzustellen.

Das Kinder- und Jugendsorgentelefon in Thüringen wurde 1998 ins Leben gerufen. Es wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen e. V. getragen und vom Land finanziert. Insgesamt gibt es sieben Standorte des Sorgentelefons, in Bad Salzungen, Gera, Sonneberg, Marisfeld, Heiligenstadt, Seebach und Erfurt. Die Berater arbeiten nach den Angaben des Ministeriums meist ehrenamtlich und wurden in einer 100-stündigen Ausbildung speziell dafür geschult.

 

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