digital miteinander vernetzt

Wer über längere Zeit Online miteinander Leben teilt, wird sich auch physisch treffen wollen. So wollen wir crossmediale Gemeinschaft fördern.

Gemeinschaft kann entstehen, wenn man gemeinsam am Küchentisch sitzt, wenn man sich auf einer Sommerfreizeit trifft oder wenn man nach dem Sonntagsgottesdienst noch einen Kaffee trifft. Manche Formen von Gemeinschaft sind fest und regelmäßig, wie die Familie oder Freunde in Schul- und Studienzeiten. Andere sind auf kurze Dauer angelegt, etwa bei losen Freundschaften, im Sportverein oder Zelt-Nachbarn auf dem Campingplatz.

Egal, wie lange man sich kennt oder wie tief man sich in die Seele blicken lässt, kann man im Moment sehr intensive Gemeinschaft erleben, wenn ein Grundvertrauen und gemeinsame Interessen bestehen. Dass man dabei im gleichen Raum sitzt, ist meist förderlich für ein gesundes Grundvertrauen, aber längst nicht nötig. Gerade im Nachklang von Sommerfreizeiten oder nach dem Beenden eines Lebensabschnittes bleiben oft Freundschaften, die über große Distanz weitergelebt werden. Sei es per Brief, Telefon, digitaler Kommunikation oder indem man sich ab und zu besucht.

Aber auch wer ohne physischen Erstkontakt Onlinegemeinschaft baut, kann sich kennen lernen. Das zeigen nicht nur zahlreiche Paare, die aus Dating-Portalen hervorgegangen sind, sondern auch die Gespräche in Onlineforen oder Chats. Neben den vielen oberflächlichen Gesprächen vertiefen sich einige zu echter Gemeinschaft, tragen sich gegenseitig durch schwere Lebenslagen oder unterstützen sich auf unterschiedlichen Ebenen. Und nicht selten fängt man irgendwann an, sich auch vor Ort zu besuchen und die virtuelle Gemeinschaft auch physisch zu erleben.

Für Menschen, die einsam leben, könnte ein Einstieg in online gelebte Gemeinschaft ein (vertrauenswürdiges) Netzwerk von Menschen sein, die über Alltagsprobleme reden. Dort kann man sich austauschen, kennen lernen und unterstützen. Vielleicht ist es auch ein Skype-Videotelefonat zum Mittagessen bei Menschen, die alleine vor ihrem Teller sitzen und sich nach einem gemeinsamen Mahl sehnen. Oder man schaut parallel den sonntäglichen "Tatort" oder andere TV-Formate und tauscht sich per Telefon oder Kurznachrichten aus, was man dazu denkt. Dieser SecondScreen ist bei Sportereignissen populär geworden und hilft Menschen, sich weniger alleine zu fühlen.

Wenn in der Onlinekirche Menschen sich online begegnen, gemeinsam beten, Bibel lesen, Andachten feiern und sich austauschen, wird vermutlich auch eine Sehnsucht wachsen, diese Leute mal Face2Face zu treffen. Vielleicht erkennen einige, dass sie ja in der gleichen Region leben und treffen sich privat oder es gibt kollektive Gruppentreffen, um als Gemeinschaft den Austausch crossmedial zu ergänzen.

Was gibt es noch? Wir sind offen für weitere Ideen…