Bauernregeln
Heute ist mal wieder ein Tag, an dem sich die Bauernregeln die Klinke in die Hand geben: „Das Wetter am Siebenschläfertag, sieben Wochen bleiben mag.“ – „Der Siebenschläfer-Regen, der bringt dem Lande keinen Segen.“ – „Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.“ Ist gut, ich hör ja schon auf.
Lange tat man Bauernregeln wie diese als Quatsch ab. Aber das hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Wetter-Experten sagen: Berücksichtigt man die Entstehungszeit und Entstehungsregion der entsprechenden Regel und rechnet man die kalendarischen Verschiebungen mit ein, dann treffen diese alten Volksweisheiten erstaunlich oft und erstaunlich genau zu.
Warum auch nicht? Sie waren ja nicht doof, die Altvorderen, sondern sehr genaue Naturbeobachter. Weil sie ganz anders mit dem Wechsel der Jahreszeiten und Wetterphänomene lebten, ja leben mussten. Und ihr Wissen gaben sie sorgsam weiter, übrigens auch den Namen des heutigen Tages: Siebenschläfer.
Mit dem Wetter hat der indirekt zu tun, genauer gesagt mit der politischen Großwetterlage vergangener Zeiten. Eine alte Legende berichtet von sieben jungen Christen, die sich vor zweitausend Jahren in einer Höhle vor dem römischen Kaiser versteckten. Sie schliefen ein und schliefen so lange, bis es kein Verbrechen mehr war, Christ zu sein.
Hoffen wir mal, dass das gesellschaftliche Klima unserer Tage stabil menschenfreundlich bleibt, damit nicht auch wir abtauchen müssen.
Einen guten Siebenschläfertag! Conrad Krannich aus Halle