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Brannte nicht unser Herz

Ostern war, aber wie spüre ich’s in meinem Leben? Wenn das Herz brennt – vor Freude und Liebe, vor heiligem Zorn und Sehnsucht nach Gerechtigkeit –, da ist Jesus ganz nah. Ich glaub‘ das. 

Es war damals, kurz nach dem allerersten Ostern, als zwei Freunde in das kleine Dorf Emmaus nahe Jerusalem laufen. An das leere Grab vom Ostermorgen können sie nicht recht glauben und versinken wieder in ihrem Schmerz. Während sie so bedrückt durch die Welt tappen, gesellt sich einer dazu: „Was beschäftigt euch?“, fragt er. „Und warum seid ihr eigentlich so traurig?“ Und dann legen die beiden los: wie Jesus am Kreuz krepierte; wie am Ostermorgen der Schrecken in sie fuhr, als das Grab leer war; die vielen Fragen, die bleiben, und und und – ihnen fließt das Herz über. 

Der Fremde hört zu und geht ein gutes Stück Weg mit. Dass es Jesus selbst ist, der da mit ihnen geht, das checken die beiden Freunde erst viel, viel später. Abends, als sie den Tag Revue passieren lassen, da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen: „Brannte nicht unser Herz?“, sagen sie. Es brannte, und wie! Jesus war bei ihnen. Und wo die Liebe unter uns ist, da brennt das Herz. 

Ich kenne das: Lang und kurvenreich ist der Weg durch den Abschiedsschmerz hindurch ins neue Leben. Oft ist es leichter, an den Tod zu glauben, als an das Leben. Es braucht Zeit, damit es auch im Herzen Ostern wird. Aber dann kommt der Moment, und du merkst, wie viel Weg du schon zurückgelegt hast. Und du weißt, dass keine vergossene Träne vergebens war. Es fällt dir wie Schuppen von den Augen und die Wirklichkeit wird transparent für Gottes zarte Gegenwart in dieser Welt. 

Das Herz brennt, wo uns die Dinge nicht kalt lassen. Und manchmal ist es ein Anzeichen, dass Jesus neben uns geht. 

Conrad Krannich aus Halle 

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