Brotplan
Mitten im trubeligen Advent hatte ich ein Gespräch, das mir hängen geblieben ist.
Eine Frau sprach mich an und fragte, ob unsere Konfirmanden wieder Brot verkaufen würden.
So wie in jedem Jahr für die Aktion 5000 Brote von Brot für die Welt.
Ich sagte ihr, dass wir dieses Mal keine Brote backen, sondern Plätzchen verkaufen würden.
Sie nickte und sagte dann ganz selbstverständlich: „Ach gut zu wissen, dann kann ich das in meinen Brotplan für diese Woche einplanen.“
Brotplan. Dieses Wort blieb bei mir.
Es klingt, als käme es aus einer anderen Zeit. Aus einer Zeit, in der Brot nichts Beliebiges war. Nicht einfach eine Ware. Sondern etwas, das bedacht wurde. Eingeteilt und geschätzt.
Ein Brotplan erzählt von Achtsamkeit.
Davon, dass Brot nicht immer da war. Und dass man wusste, wie kostbar es ist.
Wie viel Arbeit, wie viel Hoffnung, wie viel Leben darin steckt.
Heute kaufen wir Brot oft nebenbei. Zwischen zwei Terminen.
Manchmal bleibt es liegen und wird hart.
Manchmal landet es im Müll.
Ein Brotplan dagegen sagt: Ich rechne mit dem, was ich brauche.
Ich gehe sorgsam um mit dem, was mir gegeben ist.
Ich nehme mein tägliches Brot ernst.
Bestimmt ist es eine gute Haltung zu fragen:
Wovon lebe ich eigentlich?
Jesus spricht vom Brot des Lebens. Aber nicht als Luxus sondern als das, was trägt.
Ein Brotplan erinnert mich genau daran,
dass Dankbarkeit manchmal ganz unspektakulär beginnt.
Beim Planen, beim Teilen und beim bewussten Nehmen.
Und vielleicht sogar bei einem Teller Plätzchen im Advent.
Mit krümeligen Grüßen Martin Olejnicki, evangelisch in Köthen