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Die Chance der Erinnerung

Am 20. Juli wurde an vielen Orten in Deutschland an den Widerstand und den Faschismus erinnert. In Berlin im Innenhof des Bendlerblocks und auch in Imshausen in Nordhessen.

Dort wurde an Adam von Trott gedacht, der den Mut hatte, sich Hitler und dem Faschismus entgegenzustellen und dies mit seinem Leben bezahlte. 

In diesem kleinen Ort lebte 1944 die Familie von Adam von Trott, seine Frau mit den Töchtern Verena und Clarita. Die beiden inzwischen über 80 – jährigen Frauen sind jedes Jahr bei der Gedenkfeier an ihren Vater dabei, an den sie keine persönlichen Erinnerungen haben durften, der Faschismus hat sie durch die Hinrichtung des Vaters um diese Erinnerungen gebracht. Sie wurden bis weit in die sechziger Jahre als Kinder von Vaterlandsverätern beschimpft. Seit 48 Jahren gibt es diese Gedenkfeier am Kreuz in Imshausen.

Ein Satz aus dem Abschiedsbrief von Adam von Trott heißt: „Grüß mir die Imshäuser Berge“ Er hat seine Familie, seine Heimat, unser Deutschland geliebt, ist deshalb den schweren Schritt mitgegangen, Deutschland schon vor Kriegende vom Faschismus befreien zu wollen. Wie viele seiner Mitstreiter wurde er hingerichtet.

Es ist für mich ein Hohn, wenn eine Partei, die diese Zeit des Faschismus am liebsten aus den Geschichtsbüchern streichen will, einen Kranz zur Gedenkfeier im Bendlerblock ablegt.  Dass der Großneffe von Dietrich Bonhoeffer sich dagegen gewehrt hat, verstehe ich.

Nie wieder Faschismus in Deutschland, das sind wir den Menschen des Widerstandes vom 20. Juli schuldig.

meint 
Pfarrerin Renate Höppner von der Evangelischen Kirche in Magdeburg

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