Frieden
Ein wunderbarer Frühlingsmorgen. Wie jeden Morgen lese ich die Zeitung.
Ein Bericht aus dem Sudan macht mich neugierig.
Mir bleibt beim Lesen der Atem weg.
Eine Hochzeit im Südsudan, alle feiern, wollen den Krieg wenigsten heute vergessen.
Ein kurzes Surren und eine Drohne schlägt ein.
30 Tote, viele Verletzte, alle verzweifelt.
Das grauenvolle Ende einer Hochzeitsfeier.
Dieser Krieg im Sudan, der seit Jahrzehnten schwelt und es selten in unser Blickfeld schafft ist einfach grauenvoll.
Die Bauern können oft nicht ernten, was sie gesät haben.
Hunger und diese hinterhältigen Drohnen machen die Menschen fertig.
Und wir hier in Deutschland, wir nehmen diesen Krieg fast nicht wahr.
Die Ukraine und der Krieg im Nahen Osten bestimmen unsere Nachrichten.
Am Vormittag fahre ich in die Altmark.
Strahlender Sonnenschein.
Ich bin zu einer Hochzeit eingeladen.
Tolle Stimmung.
Beim Anstoßen fällt mir das Bild vom Zeitungsartikel wieder ein.
Mir kommen die Tränen.
Den Gegensatz der Gefühle kann ich kaum aushalten.
Ich bin unendlich dankbar für den Frieden, der um uns herum ist.
Keine Angst vor Drohnen und Tod.
Dem Brautpaar werde ich später erzählen, warum ich ihnen zuerst Frieden und dann Gottes Segen gewünscht habe.
Als ich wieder nach Hause fahre, danke ich Gott für das Traumwetter und dass diese beiden sich gefunden haben, besonders aber für den Frieden, in dem wir feiern konnten.
Bewahren wir den Frieden und achten darauf, dass wir das Richtige dafür tun
meint
Pfarrerin Renate Höppner von der Evangelischen Kirche in Magdeburg