Glücksmomente
Wenn Mütter und Väter mit ihren Kindern im Kinderwagen oder auf dem Arm unterwegs sind, beobachte ich immer wieder, wie andere dem Kind zuwinken oder es einfach anlächeln. Es gehört zu den grundlegenden menschlichen Äußerungen, dass unser Herz, wenn wir ein Kind sehen, aufgeht und sich das Herz öffnet.
In der Bibel erzählt der Evangelist Lukas wie der alte Simeon, so begeistert ist, dass er Josef und Maria ihr Kind abnimmt und es selber auf seinem Arm in den Tempel trägt. - Das scheint damals nichts Ungewöhnliches gewesen zu sein. Heute würde man Simeon dafür kritisieren, weil es übergriffig erscheint. Jedenfalls nimmt Simeon den kleinen Jesus und singt vor Freude, weil er in diesem Kind eine Vision sieht: Dass Gott zu den Menschen kommt und dass Friede auf Erden werde. Dass Versöhnung und Friede zwischen den Menschen aufblühen werden. Er ist sich ganz sicher, obwohl das ja wider jede rationale Begründung ist, dass sich Gott in diesem Kind, in Jesus, ganz und gar in diese Welt begibt, in der wir leben. Und dass ihm nichts fremd ist und er die Welt und uns Menschen nicht im Stich lässt.
Ich wünsche Ihnen solche Glücksmomente mit Ihren Kindern und Enkelkindern oder mit Kindern, denen Sie begegnen. Lächeln Sie ihnen zu und zeigen Sie ihnen, dass sie willkommen sind in unserer Welt, weil jedes Kind ein Kind Gottes ist.
Johann Schneider, evangelischer Regionalbischof aus Halle