Gott kennt dich
Wenn ich an der Elbe entlangfahre und Zeit habe,
halte ich an dem Eiscafé an. So wie letzte Woche.
Ich stelle mein Auto ab, biege um die Ecke, da steckt meine Tüte mit einer Kugel Cookie Eis schon im Halter, ich lächle, bekomme ein bezauberndes Lächeln zurück, bedanke mich, bezahle und steige in mein Auto und fahre weiter.
Ich bin für die nette junge Verkäuferin die Frau, die immer eine Kugel Cookies isst. Irgendwie ist diese kleine Geste wie eine warme Umarmung. Zu Hause eben, man kennt sich, ich werde wahrgenommen, auch wenn wir uns nicht mal mit Namen kennen. Mir tut das gut.
So und viel schöner muss es doch sein, wenn wir bei Gott um die Ecke kommen.
Er sieht uns, ehe wir da sind. Gott kennt uns mit Namen, er weiß, was wir brauchen. Im ersten Buch unserer Bibel heißt es: „Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“
Jesaja erinnert das Volk Israel daran, dass sie Vertrauen haben sollen zu ihrem Gott, der sie begleitet, kennt und sein Wort hält.
Das ist ein Versprechen. Hören wir es mal für uns: Fürchte dich nicht, egal welche Nachrichten dich verunsichern. Lass dich nicht verunsichern von den Drohreden der Machthaber der Großmächte, lass deinen Alltag nicht davon bestimmen. „Ich habe dich bei deinem Namen gerufen in der Taufe, du bist mein.“ Leb dein kleines bescheidenes Leben, nimm wahr, was ich, Gott, dir schenke und lebe es in deinem Alltag. Und beschenke die Menschen um dich herum mit den kleinen Gesten, die wie eine warme Umarmung für den anderen sind. Du kannst das!
meint
Pfarrerin Renate Höppner von der Evangelischen Kirche in Magdeburg