Gott vergib!
Heute wird in vielen Kirchen mittags um 12:00 Uhr ein Gebet miteinander gesprochen, dass seit 1959 um die Welt geht und viele Gemeinde durch ein unsichtbares Band miteinander verbindet.
Das Versöhnungsgebet von Coventry.
Coventry wurde am 14./15.11.1940 von deutschen Bomben schwer zerstört und auch die wunderbare Kathedrale fiel dem Bombenhagel zum Opfer.
Aus den Nägeln, die einst die Dachbalken der mittelalterlichen Kathedrale zusammenhielten, wurde ein Kreuz als Symbol des Neuanfangs geschaffen.
An die Reste der Wand ließ der damalige Propst der Kathedrale die Worte schreiben “Father forgive“ Vater, vergib.
Eine weltumspannende Aufgabe für uns Christen.
Seit 1959 wird dieses Gebet in so vielen Gemeinde immer freitags gebetet:
Wir alle haben gesündigt und mangeln des Ruhmes, den wir bei Gott haben sollten.
Darum lasst uns beten, Vater, vergib:
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse.
Das habsüchtige Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet.
Unseren Neid auf das Glück und Wohlergehen der anderen.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Heimatlosen und Flüchtlinge.
Den Rausch, der Leib und Seele zugrunde richtet.
Vater, vergib!
Lehre uns, o Gott, zu vergeben und uns vergeben zu lassen, dass wir miteinander und mit dir im Frieden leben. Amen
Ja, das ist ein Gebet, dass an Aktualität nichts eingebüßt hat.
Heute wird es wieder gebetet in Dresden, am 71. Jahrestag der Zerstörung dieser schönen Stadt, aber auch in Coventry und in Magdeburg.
Pfarrerin Renate Höppner von der evangelischen Kirche in Magdeburg