Mutmacher Paul Gerhard
Heute erinnern wir den 350. Todestag eines Mannes, der das Leben von vielen Menschen geprägt hat, ohne dass sie oft mehr von ihm als den Namen wussten.
„Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“ – ein Lied, das wunderbar die Schönheit unserer Welt beschreibt:
„Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder.
Die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füll mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.“
Na, vielleicht denken Sie jetzt, der hatte damals gut reden.
Von Umweltzerstörung und Klimakatastrophe war vor über 350 Jahren ja nicht die Rede.
Ja, da haben Sie recht.
Aber Paul Gerhards Leben war vom dreißigjährigen Krieg geprägt.
Vier seiner 5 Kinder starben, seine Frau auch, als die Kinder noch klein waren.
Hunger plagten alle.
Und er sollte als Pfarrer in Berlin und Lübben die frohe Botschaft weitersagen mitten in den Wirren dieses Krieges.
Seine Predigten kenne ich nicht, aber seine wunderbaren tröstlichen Lieder:
Paul Gerhard, der persönlich so viel Leid erleben musste, hat viele Lob - und Danktexte geschrieben:
In seinem Lied: Ich singe dir mit Herz und Mund heißt es:
„Hat Gott dich nicht von Jugend auf, versorget und ernährt?
Wie manches schweren Unglückslauf, hat er zurückgekehrt!
Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment,
nein, war er tut und lässt geschehn, das nimmt ein gutes End.“
Mit so viel Zuversicht kommen wir gut durch den Tag.
Pfarrerin Renate Höppner von der evangelischen Kirche in Magdeburg