Regenpause
Ich stehe am Kopierer und habe dieses typische Surren im Ohr. Und das Klacken beim Papierwechsel, der Geruch nach warmem Toner in der Nase – alles riecht und klingt nach Arbeit. Und dann höre ich plötzlich ein ganz anderes Geräusch:
Draußen prasseln Regentropfen auf das Wellblechdach vor dem Fenster.
Und in diesem Moment bin ich wieder Kind.
Ich sitze unter dem Pavillon im Garten meiner Oma.
Über mir das Trommeln der Regentropfen, vor mir der nasse Rasen und die Strippen von Regen – und das Gefühl, dass die Welt gerade eine kleine Pause macht.
Ich darf da nicht raus, aus dem Pavillon, solange es regnet. Muss hier warten.
Aber ich weiß: Der Regen wird aufhören. Und dann kann ich wieder loslaufen.
Und vielleicht ist das eine gute Erinnerung auch für heute:
Dass es Zeiten gibt, in denen man warten muss.
In denen Pläne sprichwörtlich ins Wasser fallen, Dinge stillstehen.
Aber das heißt nicht, dass sie vorbei sind.
Manchmal ist der Regen einfach nur eine Pause – bevor das Leben wieder weitergeht.
Und wenn du genau hinhörst, flüstert Gott genau dann, ganz leise, durch das Prasseln des Regens: „Diese Pause war jetzt nötig. „Alles hat seine Zeit“(?)“
Geduldig wartend, grüßt Martin Olejnicki, evangelisch in Köthen.