Schulter an Schulter gemeinsam
Heute ist Samstag/Shabbat und damit geht eine Woche zu Ende, die für manche unter dem Motto „Schulter an Schulter miteinander“ stand. Das Motiv bezieht sich auf die Zusammenarbeit von jüdischen und christlichen Gemeinschaften in unserer Gesellschaft. Manche kennen vielleicht noch die frühere Bezeichnung „Woche der Brüderlichkeit“.
In dieser Woche gibt es auch bei uns in Sachsen-Anhalt, kulturelle und religiöse Begegnungen, bei denen sich Menschen guten Willens treffen, um Seite an Seite füreinander einzustehen. In einer Zeit, in der jüdisches Leben in unserem Land von einigen nicht selbstverständlich akzeptiert wird. Es geht um Frieden, um Shalom.
Es bedrückt mich, dass jüdische Menschen in Deutschland es zunehmend vermeiden, als solche erkannt zu werden, während wir als Christen selbstverständlich unsere Kreuze sichtbar an der Kette tragen oder danach fragen, wie unser Glaube öffentlich erkennbar und wirksam sein kann. Frieden entsteht nicht dadurch, dass wir willkürlich Menschen oder Gruppen absprechen zu unserer gemeinsamen - und Gott sei Dank, vielseitigen - Gesellschaft zu gehören. Egal ob jemand ein christliches Kreuz trägt, einen Davidstern oder ein Kopftuch.
Das wünsche ich mir von Herzen: dass wir gemeinsam, Schulter an Schulter, Antisemitismus und alle anderen Formen von gruppenbezogener Ausgrenzung und Gewalt abwehren und in Frieden, im Schalom zusammenleben wollen.
Johann Schneider, evangelischer Regionalbischof aus Halle