Toleranzbereich
„Das war toll!“ Meine Freundin Diana schwärmt mir von ihrer Zeit in San Francisco vor. Sie hat dort für ein Jahr gelebt und eine Ausbildung gemacht. Ist lange her.
Anfangs sei sie immer mit Wörterbuch losgezogen. Vor allem, um die Fachbegriffe nachzuschlagen, die sie lernen musste. Gab damals noch kaum Internet.
Irgendwann hat sie statt des Wörterbuchs einfach die Kolleginnen und Kollegen gefragt. Und weil viele andere auch aus aller Herren Länder kamen, war es völlig normal, dass die Einheimischen bereitwillig alles erklärten.
Sie hätten viel Spaß gehabt, erzählt Diana, auch, als es um ganz alltägliche Dinge ging: einen Slogan auf einer Werbetafel oder ein T-Shirt-Aufdruck oder irgendeine Redewendung. Man kam unweigerlich ins Gespräch. Diana erklärte dann z. Bsp. deutsche Redewendungen oder spezielle Gepflogenheiten bei uns. Man lernte voneinander und erfuhr automatisch etwas über andere Kulturen. „Das war echt interessant“ schwärmt sie und freut sich noch heute über die Geduld, die alle füreinander aufgebracht haben. Denn die ist ja wegen der Sprachbarriere erforderlich.
Dass da jemand genervt war über die Ausländer mit ihren mangelhaften Sprachkenntnissen hat sie eigentlich nicht erlebt, sagt sie.
Ganz anders als heute bei uns.
„Das ist wirklich schade.“ resümiert Diana.
Gottes Welt sei so vielfältig und der Austausch mit Leuten aus anderen Ländern habe ihren Horizont total erweitert!
Ich kann dem nur beipflichten und wünsche uns allen solche Blicke über den Tellerrand!
Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg