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Wann es hell wird

8 Uhr 16 ist heute Sonnenaufgang. Und damit dauert der Tag schon genau 30 Minuten länger als Heilig Abend. Hurra! Die Tage werden wieder länger.

Doch heller wird es trotzdem nicht, wenn ich in die Welt schaue: Mächtige weiße Männer schicken Menschen in den Tod. Es ist so finster. Mit jedem erschossenen Menschen breitet sich Finsternis aus. Mit jedem durch Gewalt und Not getöteten Kind erlischt ein Lebensstern.

Bei der Christvesper am Heiligen Abend hatte ich aus einer uralten biblischen Verheißung vorgelesen:

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht,

und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,

und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter;

und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

Es ist eine uralte Sehnsucht! Doch die Welt wird bis heute nicht von Friedefürsten, sondern von Kriegsherren regiert. Der eine überfällt sein Nachbarland und nennt es Sonderoperation; der andere fliegt Bombenangriffe und nennt es Drogenkampf.

Aber es geht nicht um Gesundheit und Freiheit. Es geht um Land und um Erdöl und um Macht.

Ich bete:

Komm Friede-Fürst. Komm in diese finstere Welt.

Mache uns mutig und stark.

Dass wir nicht wegschauen, auch wenn es weh tut.

Dass wir nicht abschalten, auch wenn die Nachrichten wie Tinnitus in den Ohren pfeifen.

Lass uns die Schweinwerfer der Liebe dorthin ausrichten, wo Not ist. Amen.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg 

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