Weite
Als junge Pfarrerin habe ich zu Pfingsten immer eine Fahrt mit Jugendlichen gemacht. Wir waren oft in Erfurt und sind von dort zum Pfingstgottesdienst hoch in den Thüringer Wald gefahren und haben mit einem herrlichen Blick über die Berge Pfingstgottesdienst gefeiert.
Deshalb verbinde ich Pfingsten bis heute mit einem weiten Blick. Ich kann schauen bis zum Horizont und nichts hemmt meinen Blick.
Vielleicht haben Sie heute auch eine Wanderung geplant.
Wenn sie die auf einen Berg führt oder an eine Stelle, an der Sie weit ins Land blicken können, lassen Sie diesen ungestörten Blick auf sich wirken.
Es tut gut, Weite zu spüren.
Zu sehen, sie geht weiter als mein kleiner Horizont oft reicht.
Die Welt ist weiter als meine kleine Welt.
Und ich gebe zu, in diesem Frühjahr war ich mal ganz schön neidisch.
Das ist eigentlich eine Eigenschaft, die ich selten an mir feststelle.
Aber auf die Astronauten, die den Mond umkreist haben, da war ich neidisch.
Dieser Blick auf unsere Erde – diesen blauen Planeten – das in echt zu sehen, das muss überwältigend sein. Die Schönheit unserer Erde und ihre Verletzbarkeit zu spüren.
Die Astronauten haben es ja versucht mit Worten zu beschreiben.
Gott hat uns Menschen diese Erde anvertraut, deshalb sollen wir sie alle bewahren. Sie ist verletzlich, so wie wir Menschen.
So wird dieses Pfingstfest auch zu einem Fest, das uns an die Verantwortung von uns Menschen für unsere Erde erinnert. In der Bibel steht: Die Erde ist des Herrn, Gott hat sie geschaffen und uns Menschen anvertraut.
Wir sollen sie auch bewahren
meint
Pfarrerin Renate Höppner von der evangelischen Kirche in Magdeburg