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Zeit der Stillen

Nun sind sie alle wieder weg. Die Hirten, die Engel – und Ochs und Esel stehen wieder auf der Weide. Zurück bleiben Maria und Josef mit ihrem frisch geschlüpften Kind Jesus. Und – so stelle ich‘s mir zumindest vor – Elisabeth.

Elisabeth war eine Freundin von Maria. Über einige Ecken war sie wohl auch mit ihr verwandt. Sie lebte nicht weit von Betlehem, dem Schauplatz der Weihnachtsgeschichte, entfernt. Ich bin mir ziemlich sicher: Am allerersten aller Heiligabende ist sie noch hinausgekommen in die Herberge in Betlehem, um da zu sein für ihre Freundin Maria. Schließlich gab’s dort ne Menge zu tun, und Elisabeth kannte sich aus.

Vermutlich wird sie auch jetzt, drei Tage nach Jesu Geburt, noch da sein und irgendwo im Hintergrund wuseln: Elisabeth.

Ist es nicht oft so: Zu den großen Geschichten gehören immer auch die stillen Hilfsbereiten im Hintergrund. Von denen erfährt man zwar selten, aber ohne sie geht nichts.

Weihnachten ist das Familienfest. Es ist auch ein Fest der Freunde. Und manchmal fällt das auch zusammen: Freunde und Familie. Wie bei Elisabeth. – Menschen, die da sind und die mit uns die Wunder im Leben groß werden sehen. Menschen, die sagen: „Ich weiß. Ich kenne das Chaos. Ich bin bei dir, auch in der Nacht.“

Im Herzschlag eines Neugeborenen spüren wir etwas von der Hoffnung für diese Welt. Und in der stillen Treue unserer Freunde, da spüren wir das auch. Dass da jemand ist und bleibt. Dass es weitergeht, irgendwie, trotz allem.

Vielen Dank für alles, Elisabeth – wie auch immer du heißt, wo auch immer du gerade im Hintergrund wuselst.

Conrad Krannich aus Halle

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