Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen
Lisa – so nenne ich sie mal- Lisa hat es geschafft.
Sie hat sich und ihre Kinder aus der Hölle befreit.
Nach jahrelanger Gewalt, die sie ertragen und den Entschuldigungen, die sie immer wieder für ihren Ex gefunden hat: Sie hätten ja auch gute Zeiten gehabt. Er könne ja auch liebevoll sein.
Bis er sie eines Tages fast erwürgt hätte. Vor den Augen der Kinder.
Jeden Tag erlebt eine Frau in Deutschland einen Mordversuch. Und jeden 2. Tag stirbt eine Frau dadurch. Alle 2 Tage ein Femizid.
Täter sind fast immer die Partner oder Ex-Partner. Aus allen gesellschaftlichen Schichten: vom Bürgergeldempfänger bis zum Arzt.
Meistens beginnt es mit Beleidigungen. „Du bist zu fett!“ „Du kannst nicht kochen!“ Dann folgen Schläge und Drohungen. „Wenn du gehst, dann passiert was!“ Und: „Ich finde dich überall.“
Aber Lisa hat es geschafft. Als sie nach dem Gewaltexzess zu sich kam, hat sie ihre Kinder geschnappt und ist fort.
Sie hatte sich bei einer Beratungsstelle Informationen geholt und sich an ein Frauenhaus gewandt. Auf ihren Wunsch hin ist sie in eins weit entfernt von ihrem Ex vermittelt worden. Dort hat sich das erste Mal seit Jahren mit ihren Kindern wieder sicher gefühlt.
Inzwischen hat sie auch Arbeit gefunden.
Lisa lebt jetzt ein selbständiges, gewaltfreies Leben und muss keine Angst mehr haben.
Aber das Wichtigste ist: Sie hat ihren Selbstwert wiederentdeckt!
Gott sei Dank!
Schwesterlich grüßt Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg