Angriff auf unser Zusammenleben
In ihrer Freizeit begleiten sie Kinder und Jugendliche.
Sie besuchen alte, kranke und einsame Menschen.
Sie engagieren sich in der Feuerwehr genauso wie im Karnevalsverein und im Fußballclub.
Viele Christinnen und Christen engagieren sich für die Gemeinschaft,
für unser Zusammenleben, für Arme und Schwache in unserer Mitte.
Manchmal ist es der Geburtstagsbesuch bei Oma Erna
Und manchmal der Pfadfinderausflug mit Kindern,
die sich keinen Urlaub leisten können.
Kirchengemeinden sind wichtig für unser Zusammenleben in Stadt und Land.
Damit die Kirche im Dorf bleibt und die Menschen beieinander.
Im Kirchenchor geht es um so viel mehr als nur ums Singen.
Es geht um das Miteinander.
Egal ob Martinsumzug oder Krippenspiel,
ob Frauenkreis oder Jugendarbeit – immer geht es um die Menschen.
Das alles ist Kirche.
Dieses Engagement für unser Zusammenleben soll ein Ende haben:
So zumindest, wenn es nach dem Willen der Partei AfD geht.
In Sachsen-Anhalt plant sie im Falle eines Wahlsieges den Angriff auf die Kirchen.
Im Regierungsprogramm lässt sich das für jeden öffentlich nachlesen.
Alle Gelder sollen den Kirchen gestrichen werden, die für ihre Arbeit wichtig sind:
Die Staatsleistungen, die der Kirche rechtlich garantiert sind.
Die Kirchensteuern, die das Land für die Kirchen einzieht
und wofür die Kirche das Land bezahlt.
Das alles soll gestrichen werden, um der Kirche ihre Grundlage zu nehmen.
Das ist zwar rechtswidrig,
aber es könnte sein, das zählt nicht, wenn endlich das Recht des Stärkeren gilt.
Ein Klageverfahren der Kirche hätte zwar sicher Aussicht auf Erfolg,
aber es würde wohl Jahre dauern
und das – so der perfide Plan - würden die Kirchen nicht überleben.
So sehen sie aus, die Methoden einer Diktatur.
Jetzt geht es den Kirchen an den Kragen,
aber wer wird der Nächste sein?
Fragt sich besorgt Ramón Seliger, Diakonie, Weimar.