Asylverfahrensberatung
Stellen wir uns vor, wir reisen ins Ausland, mal ein bisschen umschauen. In vielen Orten finden wir eine Tourist-Info, in Bahnhöfen einen Info-Point. Und kommen Menschen von außerhalb zu uns, ist es auch so. Irgendwie bekommt man schon geholfen. Und jetzt mal von uns abgesehen, stellen wir uns vor, es kommen Menschen hier an, die nicht als Touristen kommen, sondern die auf der Flucht waren, die einen Asylantrag stellen. Da braucht es ziemlich schnell: Sprache, Bildung, Arbeit – der Dreiklang für eine gute Integration. Wäre es da nicht gut, es gäbe Anlaufstellen, wo sie sich beraten lassen können. Touristen müssen keine Behördengänge machen, Flüchtlinge schon. Wäre es da nicht gut … ah hatten wir schon. Noch viel notwendiger wäre Beratung für Minderjährige, die hier anlanden, oder Menschen, die traumatisiert oder krank Kriegs- und Krisengebieten entkommen sind. Wäre es da nicht gut, es gäbe Anlaufstellen?
Halleluja: Die gibt es! Die wurden seit 2023 zwei Jahre lang aufgebaut, nennt sich Asylverfahrensberatung. Allein die Diakonie hat deutschlandweit 50 solcher Stellen, andere Sozialverbände auch. Da werden Zehntausende beraten.
Nicht mehr lange. Das Bundesinnenministerium hat mitgeteilt: Ab 2027 gibt’s dafür kein Geld mehr. Logisch, geht ja um eine verschärfte Migrationspolitik, nicht um Lebenshilfe. Wäre es da nicht gut, das Bundesinnenministerium würde sich nochmal beraten lassen? Auch in Sachen Menschenrechten. Denn – so steht es in der Bibel – wer weiß, wie er Gutes tun kann und es nicht tut, der macht sich schuldig. Vor Gott und den Menschen.
Einen nachdenklichen Tag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.