Augenfasten
Noch zwei Wochen sind es bis zum Osterfest. Für alle, die in der Fastenzeit auf etwas verzichten, geht es langsam auf die Zielgerade. Vielleicht machen Sie ja auch mit und sind froh, schon so viel geschafft zu haben.
In der katholischen Kirche werden in der Fastenzeit die Kreuze mit dunklen Tüchern verhüllt. Manchmal am Beginn oder erst heute, mit dem 5. Sonntag der Fastenzeit. Dort, wo es Flügelaltäre mit vielen Bildern gibt, werden sie zugeklappt, so dass die weniger ausgeschmückte Rückseite zu sehen ist. Übrigens wird das auch in manchen evangelischen Gemeinden gemacht. Das ist auch eine Art Fasten: „Augenfasten“ heißt das. Zuerst fand ich das ziemlich komisch. Wozu soll das denn gut sein?
Aber zum Glück habe ich ja eine katholische Kollegin, mit der ich in der Klinikseelsorge zusammenarbeite. Die hat mir erklärt, dass es darum geht, den Blick mehr nach innen zu richten, sich nicht ablenken zu lassen von äußeren Dingen.
Das finde ich einleuchtend. Und muss daran denken, wie oft ich am Tag „zur Entspannung“ am Handy scrolle. Und mich hinterher nicht selten ärgere, wie viel Zeit mir da weggeflossen ist. Das könnte ja mein Augenfasten für die verbleibende Fastenzeit werden. Ich werde es ausprobieren.
Einen gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen. Cornelia Biesecke aus Eisenach, evangelische Kirche