DADA
Heute vor 140 Jahren wurde ein Mann geboren, der das Chaos zum Prinzip erklärte: Hans Arp, Maler, Bildhauer und Mitbegründer des Dadaismus.
Mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs trafen sich Künstler wie Hans Arp in Zürich. Sie sahen, wohin akribische Logik und stures Machtstreben das Leben geführt hatten – und antworteten darauf mit: DADA. Mit Unsinnspoesie, frechen Wortspielen und einer Kunst, die sich der Kontrolle verweigerte. Arp verließ sich auf das, was er das „Gesetz des Zufalls“ nannte. Zerriss Buntpapier, warf die Schnipsel in die Luft und klebte sie genau so auf, wie sie auf dem Boden landeten. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil er überzeugt war: Das Wahre lässt sich nicht erzwingen. „Die Kunst ist eine Frucht, die im Menschen wächst, wie die Frucht auf der Pflanze.“ hat er mal gesagt. Echte Schöpfung entstand für ihn nicht aus Berechnung, sondern indem man dem Zufall vertraut und Dinge einfach entstehen lässt. Seine Kunst – ein Gegenentwurf zum Leben, das für ihn und andere gerade schwer zu ertragen ist.
Ein bisschen als DADA-Künstler stelle ich mir Gott vor, als er die Welt gemacht hat. Nicht als Konstrukteur, sondern als Schöpfer, der Ton in die Hand nimmt, formt, verwirft und überraschende Wendungen zulässt. Mir hilft das manchmal, mich genau so zu begreifen: als ein Werk im Prozess. Mit Ecken, Kanten und ungeplanten Rissen. Ein Werk, das nie ganz fertig ist – und gerade in dieser Unabgeschlossenheit seine eigene Tiefe hat. Und manchmal ein bisschen DADA ist.
Einen fröhlichen Tag wünscht Juliane Baumann, evangelisch aus Erfurt