Fußball-WM
Heute geht’s los. Ja, die Fußball-WM, was denn sonst. Dahinter wird alles verschwinden, was diese Welt sonst noch bewegt. Nur einer nicht … oder zwei. Infantilo, äh Infantino, der FIFA-Chef, und Trump. Die beiden verstehen sich prächtig. Bei der Auslosung der 104 Spiele hat der eine dem anderen einen Friedenspreis verliehen. Einen Friedenspreis. Davon hat das Trumpchen doch sooo geträumt. Vielleicht darf er jetzt sogar mitspielen. Der in kurzen Hosen, das hat der Welt noch gefehlt. Aber jetzt mal Spaß beiseite. Obwohl so spaßig ist das gar nicht.
48 Mannschaften treten gegeneinander an. Ich habe so einen Reflex: Ich halte meist zu den Schwächeren, den Ärmeren, den Outsidern. Außer wenn Deutschland spielt, dann schreie ich natürlich für „unsere“ Mannschaft. Aber nur, wenn die Mannschaft nicht großmäulig daherkommt. Mit dem Herzen dabei bin ich, wenn die Spieler anderen Mannschaften Respekt zollen, eigene Fehler einräumen, zum Ausdruck kommt, nicht alles in der Hand zu haben, andere eben besser sein können. Mit einem Wort, oder mit zweien: Freude und Demut.
Und da ist noch was: Viele Spieler kennen sich, haben in anderen Mannschaften zusammengespielt, der Fußball ist globalisiert. Und immer wieder gibt es feine Gesten, Verzicht auf den Jubel nach einem Tor, weil es wie Schadenfreude wirken könnte. Oder nach einem Foul ein „tut mir leid“ auf die Schulter zu klopfen. Es sind auch diese Kleinigkeiten, die ein solches Ereignis unvergesslich machen.
Heute erstes Spiel: Mexiko gegen Südafrika. Übermorgen, falls Sie Trump in kurzen Hosen sehen wollen, USA gegen Paraguay. Und am Sonntag: Deutschland gegen Curacao.
Viel Spaß wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.