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Grundeinkommen

Man nennt es: Bedingungsloses Grundeinkommen. Immer mal wieder ploppt rund um den Erdball und auch in Deutschland die Idee auf, dass jeder Mensch jeden Monat einen festen Betrag bekommt – ohne jede Bedingung, ein Grundeinkommen. Und das hat jetzt der erste Staat eingeführt: Wer auf den Marschallinseln zu Hause ist, bekommt jedes Vierteljahr 200 US-Dollar. „Das ist nicht viel, es bringt dich nicht in Versuchung, deinen Job zu kündigen“, meint der Finanzminister des Inselstaates. „Aber es ist eine Art Moralbooster.“ Für beide. Für den Staat, der damit ein soziales Sicherungsnetz aufspannt. Und für seine Bürger, die sich für das Gemeinwohl verantwortlicher zeigen.

Die Idee hat auch einen religiösen Hintergrund. „Seht die Vögel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht“, hat Jesus gepredigt, „und doch ernährt sie euer Vater im Himmel. Und seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“. Und im Koran heißt es: „Die Versorgung aller Geschöpfe ist von Gott garantiert.“ Niemand geht verloren, niemand soll sich Sorgen machen, am nächsten Tag satt zu werden. Der Mensch soll nicht in Existenzängsten gefangen sein. Er soll frei sein, seiner Bestimmung zu leben, frei, darüber nachzudenken, welches seine Bestimmung ist.

Menschen, die Grundeinkommen bekommen, sind weniger gestresst, schlafen besser, leben gesünder. Man weiß das aus Pilotprojekten. Und die Gesellschaft insgesamt erlebt sich ausgeglichener, verantwortlicher, weniger zerrissen in Arm und Reich. Von den Marschallinseln lernen, heißt: Angst besiegen lernen.

Einen guten Tag wünscht Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.

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