Hausmeister
Ich habe hier vor ein paar Wochen über Hausmeister geredet, darauf hat mir eine Frau geschrieben. Ihr Mann war Hausmeister. War, er ist gestorben. Ich habe sie um Erlaubnis gefragt und darf weitersagen, was sie schrieb, also: „Mein Mann war Hausmeister in einem Kindergarten und einem Hort. Leider ist er vor vier Jahren plötzlich erkrankt und kurz danach gestorben. Es war eine sehr schlimme Zeit, einfach zuzusehen, wie das Liebste zugrunde geht. In dieser Zeit bekam ich viel Trost von Menschen die ich eigentlich gar nicht kannte. Und da waren auch seine Kolleginnen und Kollegen, die Erzieher, die Leitung. Aber auch die Kinder.
Nach seiner Beisetzung besuchte ich sie noch einmal. Mit Tränen in den Augen habe ich gemerkt wie sehr mein Mann fehlt, der ja“ – und das hat sie in Anführungszeichen gesetzt – „‘nur‘ der Hausmeister war. Die Kinder und Erzieher bastelten Abschiedsgeschenke, ein Kind, das meinen Mann besonders gerne hatte, machte etwas für sein Grab. Ich war tief betroffen. Mein Mann hatte im Hintergrund alles am Laufen gehalten, hat die Kinder beim Handwerkeln unterstützt und gefördert.“ Sie sollten etwas mitbekommen von seiner Liebe zum Handwerk. „Das war sein Traum“, schreibt sie. Und bricht eine Lanze für all jene, die, wie sie schreibt „im Hintergrund das kleine Zahnrad sind, ohne das nichts Laufen würde“.
Recht hat sie. Ohne die kleinen Zahnräder, würden auch die großen nichts bewegen. Danken wir es ihnen – möglichst noch zu Lebzeiten!
Einen guten Tag, Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach