Ich kann nicht anders!
Matthias ist Hausarzt in Freiburg im Breisgau. Normalerweise. Doch im Mai war er wieder für einige Tage in Cherson in der Ukraine. Schon zum zwölften Mal ist er dort gewesen. Er tut dort das, was er auch in Freiburg tut. Behandelt Menschen als Hausarzt. Infekte, Bluthochdruck, Diabetes. Allerdings nicht in hellen freundlichen Praxisräumen, sondern im Keller. Um geschützt zu sein vor Drohnen und Bomben.
„Der Krieg macht die Menschen krank,“ sagt Matthias. Viele haben den Krieg nicht nur im Kopf, sondern im Körper. Schlaflosigkeit, Angst, Daueranspannung. Und dann die ganz praktischen Probleme: Medikamente, die fehlen. Nahrung, die knapp wird. Geld, das nicht reicht. Für ihn ist es wichtig, den Menschen ein Stück Normalität zu geben. Und damit Zuversicht.
Warum macht er das? „Ich kann nicht anders,“ sagt Matthias schlicht. „Ich bin so erzogen worden, Menschen zu helfen, die in Not sind. Und hier sind die Menschen in Not.“ Was bleibt, wenn er zurückkehrt? Es sind nicht die Zahlen der Einsätze, sondern die Geschichten der Menschen. Die alte Frau, die weint, weil Matthias ihr mehrere Packungen Medikamente kostenlos geben kann, die sie sonst nicht bezahlen könnte.
Deshalb macht er weiter. Auch wenn er jetzt erst mal wieder für seine Patienten in Freiburg da sein wird. Er wird wieder nach Cherson fahren, so lange es nötig ist.
Stille Helden – ich bin so dankbar, dass es sie gibt. Solche wie Matthias.
Cornelia Biesecke aus Eisenach, ev. Kirche