Schulanfang
Heute beginnt in Mitteldeutschland wieder die Schule. Von manchen wird dieser erste Schultag heiß ersehnt, ganz besonders, wenn sie Erstklässler sind, andere seufzen und wünschen sich Ferienverlängerung.
In Venezuela ist das Realität. Dort wurde der Schuljahresbeginn in den September verschoben. Aber ob das Freude auslöst? Wohl eher nicht. Das Erdbeben, das Ende Juni verheerende Schäden ausgelöst und tausende Menschen das Leben gekostet hat, macht das Leben dort nach wie vor zu einem mühsamen Überleben. An einen geregelten Alltag, an Schulbesuch ist kaum zu denken. Hilfe kommt nicht überall an.
Das spürt auch eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn nach wie vor in einem Zelt auf der Straße lebt, weil ihr Wohnhaus zerstört wurde. „Mein Sohn kommt in die Schule,“ erzählt sie. „Wie hat er sich darauf gefreut. Dann kam das Erdbeben und hat so viel kaputt gemacht. Aber irgendwie wird der Unterricht schon stattfinden. Was aber viel schlimmer ist – ich habe ihm noch nicht erzählt, wie viele seiner kleinen Freunde nicht mehr da sind. Weil sie unter den Trümmern begraben wurden.“
Tränen füllen ihre Augen, während sie redet. Ihr kleiner Sohn spielt abseits mit einem kleinen Auto. Er freut sich nach wie vor auf die Schule, und das ist gut so. Möge ihm die Freude nicht genommen werden! Gott, so bete ich, sieh auf dieses Kind. Und schenke Kraft denen, die in Not sind!
Cornelia Biesecke, Eisenach, ev. Kirche.