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Syrien und der Außenminister

Das Land, in dem Milch und Honig fließen. Deutschland vielleicht? Oder Syrien? In der Bibel wird erzählt, wie Mose und seine Leute aus Ägypten geflohen und auf der Suche nach einer neuen Heimat sind, wo möglichst Milch und Honig fließen. Da liegt ein Land vor ihnen – und sie wissen nicht, ob es gut oder schlecht ist. Also werden Kundschafter ausgeschickt. Als sie zurückkommen, sagen die einen: Hey, das Land ist super, Weintrauben groß wie Fußbälle. Und andere meinen: Geht gar nicht, da laufen Typen rum, die fressen uns auf. Also meiden sie das Land und wandern noch 40 Jahre durch die Kante, bis sie sich niederlassen.

Syrien. Kaum war der Krieg vorbei, hieß es: ‚So, ihr Syrer, jalla, jalla‘ – auf Arabisch heißt das so viel wie ‚dalli, dalli – zurück nach Syrien‘. „Nach … Syrien werden wir abschieben“, hat sich die Regierung in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Und dann macht Außenminister Wadephul eine Nahost-Reise und guckt mal nach Syrien rein, wie ein Kundschafter. Und sagt: Nee, da ist so viel kaputt, da kann man niemanden hin zurückschicken, erstmal. Jalla, jalla, geht nicht.

Daraufhin fällt seine eigene Partei über ihn her: Verrat an der Staatsdoktrin, der Partei, dem Kanzler. Dabei hat der Mann einfach nur hingesehen – und umgeschaltet auf Menschlichkeit. Mir macht das Hoffnung. Es gibt sie noch, die das C in ihrem Parteinamen buchstabieren können. Was wiegt schwerer, was die Parteien am grünen Tisch aushandeln oder was einer mit eigenen Augen erkundet, fragt sich

Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.

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