Tag der Erde
Ich habe – das ist schon Monate her – einen Krimi angeschaut. Okay, das ist jetzt nichts, was für Sie irgendwie interessant sein könnte. Aber da war ein Satz, den habe ich noch während des Films aufgeschrieben – für Sie, ja wirklich, den wollte ich an Sie weitersagen. Ich habe nur auf eine Gelegenheit gewartet. Und die ist: heute. Heute ist nämlich „Tag der Erde“. Dieser „Earth Day“ wird weltweit begangen. Ein Tag, an dem sich alles um die Erde dreht und darum, wie es ihr geht, während sie sich dreht. Sie hat ja schwer zu tragen, diese Mutter Erde, nämlich uns.
Es ist zwar eines der zehn Gebote: Du sollst Vater und Mutter ehren. Aber bei Mutter Erde nehmen wir das nicht so richtig ernst. Denn ehren heißt ja wohl, Lasten abnehmen, nicht aufbürden. Auf die Schöpfung bezogen, lässt sich die Last berechnen. Es gibt den Welt-Erschöpfungstag, das ist der Zeitpunkt, an dem wir mehr verbrauchen, als die Erde regenerieren kann. Vor 50 Jahren lag der Ende November, heute im Juli. Den Rest des Jahres leben wir auf Kosten von Mutter Erde und damit über unsere Verhältnisse.
Nun zu dem Krimi. Da gab es ein Gespräch zwischen einem Großvater und seiner Enkeltochter. Er auf einer Alm in den Alpen, sie auf Besuch. Sie fragt ihn, wie er so zurechtkommt. Und er antwortet – und jetzt kommt der Satz, der mich beeindruckt hat: „Alles, was ich brauche, wirft die Alm ab. Und was sie nicht abwirft, brauche ich nicht.“
Wäre das nicht der Satz, den wir Menschen über Mutter Erde sagen sollten: Alles, was wir brauchen, gibt die Erde her. Und was sie nicht hergibt, brauchen wir nicht.
Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.