Tag der Weltreligionen
Immer am dritten Sonntag im Januar ist Tag der Weltreligionen, also morgen. Da sollen sich – alphabetisch sortiert – die Buddhisten, Christen, Hinduisten, Juden und Muslime verstehen und vertragen. Aber wissen wir, woran die glauben und was die feiern, die andern? An das Christliche werden wir alle paar Monate per Feiertag erinnert. Da ist Weihnachten, dann Karfreitag und Ostern, dann noch Himmelfahrt und Pfingsten und Reformationstag. Aber was kriege ich von den anderen mit? Wann war noch mal der höchste Feiertag der Muslime, das Zuckerfest? Und das höchste Fest der Juden ist Jom Kippur, der Versöhnungstag, oder?
Warum sind das keine gesetzlichen Feiertage für alle? Wenn da frei wäre, ich würde mal in die Synagoge gehen oder in die Moschee, ich geh ja auch Weihnachten in die Kirche. – Jetzt werden die einen denken: „Bravo, der fordert mehr Feiertage.“ Und andere: „Spinnt der, die Wirtschaft liegt eh schon am Boden.“ Ich meine gar nicht: mehr Feiertage. Wir Christen könnten doch mal einen Feiertag abgeben, beispielsweise Pfingstmontag. Da feiern wir die Ausgießung des Heiligen Geistes. Nun, das hat’s nötig, aber braucht es da einen Feiertag? Oder Himmelfahrt – der christliche Wandertag mit Fass und Bollerwagen. Dafür aber könnten alle frei haben, wenn die Muslime das Ende eines harten Fastenmonats feiern oder die Juden den Versöhnungstag.
Im Grundgesetz steht, die Feiertage dienen der seelischen Erhebung. Das wäre dann mal eine seelische Erhebung zur Lockerung religiöser Verkrampfungen,
findet Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach