Washington und das Fluchen
Verdammt nochmal! Verflixt und zugenäht!
So fangen Andachten in der Regel nicht an. Aus gutem Grund. Martin Luther sagte, dass wir beim Namen Gottes nicht fluchen sollen, sonst missbrauchen wir den Namen des Herrn und verletzen das 2. Gebot. Als Jurist mit der Freude am gespaltenen Haar sehe ich sofort, dass man offenbar verschieden fluchen kann: „beim Namen Gottes“ oder „einfach so“. Das erste ist ein „Verfluchen“ unter Hinzuziehung höherer Mächte. Das zweite ein – womöglich übles – „Schimpfen“ oder „Beschimpfen“, neudeutsch „Hate-speech“.
Ein aktuelles Thema also. Auch, weil heute vor 250 Jahren, am 3. August 1776, George Washington als General der amerikanischen Armee ein Fluchverbot erließ. Aus zwei Gründen übrigens: Weil - Zitat - „wir kaum auf den Segen des Himmels hoffen dürfen, wenn wir diesen durch unsere Gottlosigkeit und Torheit beleidigen. Und weil es sich um ein derart niedriges und gemeines Laster handelt, dass jeder vernünftige und charakterfeste Mann es verabscheut.“
Nun, Amerika gewann den Krieg und wurde unabhängig.
Wer verflucht, missachtet das 2. Gebot, wer jemanden beschimpft und beleidigt, missachtet andere Menschen und verletzt das Gebot der Nächstenliebe. Wer einfach schimpft, verbreitet auch schlechte Luft.
Lassen Sie uns heute nur Freundlichkeit verbreiten, als Gegenduft sozusagen, und Gott nur um Hilfe bitten, zu ihm beten, ihn loben und ihm danken! Das schlägt Ihnen Jan Lemke, evangelisch, aus Erfurt vor.