Welterbetag
Welterbetag ist heute. Nee, es geht nicht ums Erben. Es geht um Weltwunder, um Kulturstätten und Naturräume, die von der UNESCO anerkannt wurden. Weltweit sind das fast tausend, in Deutschland rund fünfzig – und in Thüringen fünf: das Schillerhaus in Weimar, die Wartburg, das jüdische Erbe in Erfurt, die Bauhausstätten und der Buchenwald im Hainich. Dazu kommen könnte: Das Grüne Band. Ist bereits beantragt, beim Welterbe-Komitee.
1.400 Kilometer lang war die Grenze zwischen Ost und West. Sperrgebiet. Außer ein paar Grenzsoldaten keine Menschenseele. Ideal für bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Der ehemalige Todesstreifen ist zur Lebenslinie geworden, zum Grünen Band. Hierhin haben sich Arnika und Küchenschelle, Wachtelkönig und Wiesenknopfameisenbläuling zurückgezogen. Heute – nach vielen Kämpfen von Umweltverbänden – steht das Grüne Band unter Naturschutz. Ein Streifen Wildnis. Hier zeigt sich, wie Gott das gemeint hat mit seiner Schöpfung. Übriggelassen haben wir davon nur einen kläglichen Rest. Wir zersiedeln und versiegeln auf Teufel komm raus. Unberührte Natur gibt es kaum noch, nicht einmal 1 Prozent. Am Grünen Band können wir sehen, welche Kraft die Schöpfung entfalten kann, wenn wir uns nicht einmischen. Greifen wir ein, weiß man nie, ob es gut geht. Überlassen wir die Natur sich selbst, geht das immer gut.
Das Grüne Band soll Weltnaturerbe werden, vielleicht sogar Weltkulturerbe. Schließlich ist hier mal eine Grenze überwunden worden. Und wir haben aus der Natur das Beste gemacht, nämlich: nichts,
findet Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.