Wir gehn dahin und wandern
Silvester. Der Tag, an dem wir eindrücklich spüren, wie die Zeit uns in Bewegung hält. Mit ihr stehen auch wir nicht still, sind in ihr unterwegs. Und wie vor dem Aufbruch zu einer Wanderung wird der Weg, der vor einem liegt, ins Auge gefasst. Die Landkarte mit geschmiedeten Plänen und festen Erwartungen wird schonmal probehalber über das kommende Jahr gelegt.
„Wir gehn dahin und wandern
von einem Jahr zum andern…“
So hat’s der Liederdichter Paul Gerhardt in der Mitte des 17. Jahrhunderts in einem Lied geschrieben. Da stand er noch unter dem Eindruck eines 30 Jahre dauernden Krieges. Von „Krieg und große Schrecken, die alle Welt bedecken“ schreibt er. Die hatte er erlebt. Die Menschen litten noch immer an den Folgen.
Auch unser zurückliegendes Jahr zeigt uns Bilder, die uns noch lange verfolgen werden: von Terror und Krieg und Umweltkatastrophen.
Und nun: Auf ein Neues? Auf welche Wege geraten wir?
Diese Welt mit ihren großen Schrecken hat Menschen nötig, die etwas anzufangen wissen mit solch altmodischen Worten wie „Gottvertrauen“. Menschen, die darauf setzen, dass Gottes Segen auch im neuen Jahr wirkt und manche Schrecken kleiner macht. So bitte ich mit Paul Gerhardts Worten:
„Sprich deinen milden Segen
zu allen unsern Wegen,
lass Großen und auch Kleinen
die Gnadensonne scheinen.“
Ich wünsche Ihnen von Herzen einen gesegneten Übergang.
Juliane Baumann